IN DER NACHT DES 12.
Polizeiarbeit ist kein "Tatort"
IN DER NACHT DES 12. ★★★★★☆
IN DER NACHT DES 12. ★★★★★☆
Originaltitel: La Nuit du 12 | Filmstart: 12.01.2023 | FSK 16
Genre: Thiller, Krimi, DramaLänge: 115 Min.
Regie: Dominik Moll
Buch: Gilles Marchand, Dominik Moll
Nach: Pauline Guéna
Cast: Bastien Bouillon, Bouli Lanners, Théo Dionnet, Thibaut Evrard, Julien Frison, Paul Jeanson, Mouna Soualem, Pauline Serieys, Lula Cotton-Frapier, Charline Paul, Matthieu Rozé, Baptiste Perais, Jules Porier, Nathanaël Beausivoir, Benjamin Blanchy, Anouk Grinberg u.a.
Kamera: Patrick Ghiringhelli
Schnitt: Laurent Rouan
Musik: Olivier Marguerit
Schon jetzt würde ich sagen: In der Nacht des 12. ist eine der bittersten und zugleich wertvollsten Enttäuschungen des Kinojahres.
Kamera: Patrick Ghiringhelli
Schnitt: Laurent Rouan
Musik: Olivier Marguerit
Diese Geschichte basiert auf einem kleinen Ausschnitt des Buches, welches die Autorin Pauline Guéna bei ihren Recherchen in Zusammenarbeit mit der Polizei schrieb (Titel: "18.3 - Ein Jahr bei der Kripo").
20% der Verbrechen in Frankreich werden nicht aufgeklärt, und einige davon lassen manche Polizisten für lange Zeit nicht mehr zur Ruhe kommen. Im geschilderten Fall wird die junge Frau Clara auf dem nächtlichen Heimweg von einem Fremden mit Benzin übergossen und angezündet, sie verbrennt bei lebendigem Leibe.
20% der Verbrechen in Frankreich werden nicht aufgeklärt, und einige davon lassen manche Polizisten für lange Zeit nicht mehr zur Ruhe kommen. Im geschilderten Fall wird die junge Frau Clara auf dem nächtlichen Heimweg von einem Fremden mit Benzin übergossen und angezündet, sie verbrennt bei lebendigem Leibe.
Die Ermittler Yohan und Marceau werden eine endlose Folge von Befragungen und Verhören verdächtiger Männer erleben, die immer mehr in ein Labyrinth aus weiteren Fragen führen. Als sie nach langen Bemühungen flügellahm geworden sind, weil kein stichhaltiger Beweis auszumachen ist, macht die Untersuchungsrichterin weitere Mittel auf, um noch gründlichere Recherchen zu ermöglichen, dem Täter eine Falle zu stellen.
Wie kann ein Krimi, in dem es um einen ungelösten, unlösbaen Fall geht, spannend sein? Der Facettenreichtum dieses mit großem Bedacht und großer Genauigkeit gebauten Kriminalfilms ist faszinierend, denn wir gehen mit den Figuren in die Introspektive, erwischen uns womöglich selbst bei angemessenen wie unmöglichen Gedanken über das Geschlechterverhältnis (Männer morden, Männer sind es, die die Morde aufklären sollen, - wie konnte das Opfer nur so "wahllos" mit so vielen Männern etwas anfangen? usw.)
Wie können die Ermittelnden noch professionell bleiben, wenn sie von einem Fall quasi aufgezehrt werden? All diese differenzierten Schilderungen sind außergewöhnlich echt, beunruhigend real.
cnm
Zu Recht wurde der Film bei der 28. Verleihung der französischen Lumière Awards 2023 zum Besten Film gekürt und erhielt außerdem den Preis für das Beste Drehbuch.

Kommentare
Kommentar veröffentlichen