DIE SIRENE

DIE SIRENE ★★★★★
Originaltitel: La Sirène | Filmstart: 30.11.2023 | FSK 12
© Grandfilm



Frankreich, Deutschland, Luxemburg, Belgien 2023
Genre: Animation, Krieg, Autobiographie, Spielfilm
Länge: 100 Min.
Regie: Sepideh Farsi
Buch: Javad Djavahery
Artdirection/Szenenbild: Zaven Najjar
Schnitt: Isabelle Manquillet, Grégoire Sivan
Musik: Erik Truffaz

Abdan im Südiran, September 1980. Die Einwohner der Stadt mit dem größten Ölhafen im Südiran haben gegen die Belagerung durch die Truppen Saddam Husseins gekämpft. Unter ihnen ist der 14jährige Omid, der sich entschieden hat, mit seinem Großvater in der Stadt zu bleiben, um auf die Rückkehr seines älteren Bruders von der Front zu warten. Er selbst begibt sich dorthin, will kämpfen, wird jedoch sofort seines Alters wegen zurückgeschickt. Aber wie kann man in einem Krieg Widerstand leisten, ohne zu den Waffen zu greifen? Omid findet im Hafen von Abdan ein verlassenes Schiff. Was wäre, wenn dies die Antwort auf die Fragen nach der Rettung der Menschen wäre, die ihm am Herzen liegen?

Es ist schon erstaunlich was Trickfilme zu leisten vermögen. Der hier vorliegende wirkt zunächst wie eine rudimentäre Grafik, wie ein Entwurf für einen Film. Doch das ist schnell vergessen: Perspektiven, Farbkonzept, Dramatik und - vor allem - der geschickte dramaturgische Aufbau lassen die Einfachheit schnell vergessen und zeigen die Wirklichkeit der Menschen im Krieg, die trotzdem hoffen, trotzdem lieben, trotzdem festhalten und weitermachen - womöglich besser und eindrücklicher, als das ein realer Spielfilm oder eine Dokumentation je könnte. Da der Trickfilm zu den freiesten Filmgattungen gehört, flicht sich wie nebenbei gelegentlicher Traum und Symbolik mit ein, ohne je ins Kitschige abzudriften.

Der Iran-Irak-Krieg endete 1988 mit 1,5 Millionen Toten, Verletzten und Vermissten auf beiden Seiten, davon 1 Million Zivilisten. Es gab keine Wiedergutmachung, und die Grenzen blieben unverändert. Mit Die Sirene setzt Sepideh Farsi - der wie seine Hauptfigur bei Ausbruch des Kriegs ein Teenager war -  ein melancholisches und zugleich leidenschaftliches Zeichen des Pazifismus'.

cnm 

Der Film erhielt das Prädikat besonders wertvoll

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