PUTIN

PUTIN ★★★★½
Start: 09.01.2025 | FSK 16
Glauben Sie nicht, was oder wen Sie hier zu sehen meinen | © Kinostar



Polen 2024

Genre: Biopic
Länge: 109 Min.
Regie: Patryk Vega
Buch: Patryk Vega
Casting: Nancy Bishop, Aleksander Calski, Joanna Ślesicka u.a.
Cast: Slawomir Sobala, Thomas Kretschmann, Maksymilian Zieliński, Justyna Karlowska, Przemyslaw Bluszcz, Tomasz Dedek, Aron Jończyk u.a.
Kamera: Michal Gościk
Schnitt: Tomasz Widarski
Musik: Lukasz Targosz

Putin beleuchtet den Weg des Machthabers von seiner schwierigen Kindheit bis zu den leider wortwörtlich einschlagenden Ereignissen der Gegenwart, wie dem Tschetschenienkrieg, den Terroranschlägen in Dubrowka und Beslan und den jüngsten Aggressionen gegen die Ukraine. Regisseur Patryk Vega verwendet modernste CGI- und KI-Technologie ("Deepfake" Technologie), um Putins äußere Erscheinung in nie dagewesener Authentizität auf die Leinwand zu bringen.

Ich möchte voranstellen, dass in meinem persönlichen Umfeld die Daumen mit deutlicher Tendenz nach unten zeigen, der Film unwillig auf Seite geschoben wird, da zu plakativ und zu simpel. Mir ging es anders. Ich habe Putin zweimal gesichtet in je unterschiedlichen Schnittfassungen. Offenbar gab oder gibt es Uneinigkeit über die zu zeigende Länge und dramaturgische Fassung des Films; eine entscheidende und knifflige Frage. Mir schien die kürzere Fassung besser verdaulich.

Abgesehen davon, dass uns Vega (sicher unbeabsichtigt) die eine große Falle der audiovisuellen Medien der Zukunft vorführt, nämlich die absolute Glaubwürdigkeit von gelogenen Bildern (ein Schauspieler wurde digital und unter enormem Aufwand mit dem Gesicht von Putin ausgestattet), ist sein Film ein Hybrid aus dem Drama eines gekränkten Narzissten und brachial-brutalem Machtmenschen, der Putin nun einmal ist. Permanent verfolgt von Geistern aus Kindheit und Gegenwart, von mystischen oder mytischen Figuren, die in seinem Kopf herumschwirren und die wir ständig im Bild sehen, die zum ihm sprechen, ihm einflüstern, ihn treiben oder auszubremsen versuchen, entwickelt sich der Autokrat bis ins Selbstzerstörerische.

Die Aura des Films ist, da staune ich selbst, die eines Trash-Films. Das gibt ihm tatsächlich eine humoreske Note! Auch das passt mir gut in den Kram, denn über einen durchgeknallten Irren zu griemeln, tut einfach mal gut.

Zeigt der Regisseur Verständnis für Putin, indem er Gewalterfahrung und Rachegefühle aus der Kindheit durch den gesamten Film als roten Faden spinnt? Ich denke nicht. Mir war vielmehr, als würde man mittels dieses vermeintlichen Biopics Putin wie einen erbärmlichen Wurm betrachten, voll stummem Entsetzen und Abscheu. Immerhin gibt die letzte Szene ein wenig Hoffnung und Wohlgefühl, und das wäre doch schonmal ein guter Einstieg ins Kinojahr 2025!

Kontroverser Film über den Despoten Putin, künstlich überhöht und mit angemessen viel Dekadenz, Blut und Elend ausgestattet - unter Vorbehalt empfohlen.

cnm 

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