DAS LICHT

DAS LICHT ☆☆☆☆
Start: 20.03.2025 | FSK 12
Krebitz, Eldridge, Gause, Biesendorfer, Eidinger | © Frederic Batier / X-Filme AG



Deutschland 2024
Genre: Dramödie
Länge: 162 Min. (langer Film)
Regie: Tom Tykwer
Buch: Tom Tykwer
Casting: Alexandra Montag
Cast: Lars Eidinger, Nicolette Krebitz, Tala Al-Deen, Elke Biesendorfer, Julius Gause, Elyas Eldridge, Toby Onwumere, Mudar Ramadan, Joyce Abu-Zeid, Mido Koitani
Kamera: Christian Almesberger
Schnitt: Alexander Berner, Claus Wehlisch
Musik: Johnny Klimek, Tom Tykwer

Bei den Engels, einer Art Patchwork-Familie, ist die Welt auf ganz normale Weise nicht in Ordnung. Es ist das übliche nebeneinanderher Leben, der Kühltschrank ist voll, die Zimmertüren geschlossen und keiner weiß wirklich etwas über den Anderen. Dann stirbt die Haushälterin (verdutzte Bestürzung, die Tochter kommt ans Nachdenken), und in der Tür steht die neue Kraft, Farrah aus Syrien. Die mausert sich in ihrer stillen, empathischen Art bald zur kompetenten Seelsorgerin für alle, hört zu und schweigt, stützt und kommentiert klug - und noch weiß keiner, dass sie einen geheimen Plan verfolgt. Und der hat mit Licht zu tun.

Die Themen, die Tykwer sich ausgesucht hat, treffen ins Schwarze: warum ist unsere Gesellschaft so verloren, zerrissen, kaputt? Seine Familie Engels ist eine prototypische für uns alle. Da hilft es wenig, wenn der Papa sich als Weltverbesserer zeigt und die Mutter dafür sorgt, dass der Laden (oberflächlich) läuft. Tochter Frieda (sehr gut: Elke Biesendorfer) sie bloßstellt mit ihrer Alltagsmaskerade, ist das für uns Zuschauende fast schon eine Erleichterung.

Doch dann geht der Regisseur weiter ins Surreale, ins Traumhafte, schichtet Erzählebene auf Erzählebene, wird über die Maßen symbolhaft. Wir sehen: in seiner Produktion stecken so viel Ambition wie Geldmittel, er lässt beinahe im Wortsinn die Kuh fliegen. Die einzelnen (sehr abgefahrenen) Sequenzen für sich genommen wären echte Highlights, würden sie uns nicht so geballt zugemutet werden. Für meinen Geschmack erstickt das Konstrukt an seinen guten Absichten, an seinem Mangel an Subtilität und - vor allem - der Unterschätzung des Publikums - wenn nämlich die Botschaft des Films fett aufs Brot geschmiert wird, statt im Subtext zu verbleiben.

Das Licht wird zwingend die Geister scheiden. Es ist ein Ausnahmefilm, der wahlweise verstummen lässt oder heftige Diskussionen auslöst. Finden Sie's raus!

cnm 

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