THE END

THE END ½☆☆☆☆
Start: 27.03.2025 | FSK 12
mittig: George McKay, Tilda Swinton | © MUBI



Dänemark, Deutschland, Irland, Italien 2024

Genre: Dystopie, Musical
Länge: 148 Min. (langer Film)
Regie: Joshua Oppenheimer
Buch: Rasmus Heisterberg, Joshua Oppenheimer
Casting: Aine O'Sullivan, Laura Rosenthal
Cast: Tilda Swinton, George MacKay, Moses Ingram, Michael Shannon, Bronagh Gallagher, Tim McInnerny, Lennie James, Danielle Ryan, Naomi O'Garro
Kamera: Mikhail Krichman
Schnitt: Nils Pagh Andersen
Musik: Marius de Vries, Josh Schmidt
Songs: Josh Schmidt, Joshua Oppenheimer

Fünfundzwanzig Jahre nachdem die Menschen es geschafft haben, die Erde komplett zu ruinieren, erleben wir eine Familie nebst erlesenem Freundeskreis in einem Bunker unter der Erdoberfläche schwadronieren, singen, diskutieren und philosophieren - und das singend. Um eine vermeintlich heile Welt ringend, hängen sie ständig Standardwerke der Ölmalerei an ihren kulissenartigen Wänden um, als gäbe es nichts Wichtigeres mehr im Leben. Ihre Alltagsroutine wird empfindlich gestört, als eine Fremde zu ihnen vordringt. Diese bringt eine für den eingeschworenen Kreis erschreckend offene Weltsicht mit, und naturgemäß schaltet die Familie zunächst auf Abwehr.

Während des langen Leidens, das mir dieser Film war, überlegte ich, ob meine innere Gegenwehr am ständigen Gesinge liegen könnte - doch nein, bei Emilia Pérez hatte das Konzept funktioniert. Allerdings sind in diesem Falle sowohl die Melodien/Kompositionen als auch deren Darbietung geradezu gequält und befremdlich steif: die Figuren stehen zumeist sehr unmotiviert irgendwo in der Amerikanischen/halbnahen Einstellung* und singen wie auf einer Bühne. Da ist kein Ausdruck, kein Leben, keine spürbare Geschichte. Ich stellte mir vor, wie die Regie bei einer Tasse Tee neben den Kulissen sitzt und gelegentlich um die Ecke ruft: "macht halt mal, Ihr wisst schon, was Ihr tut!".

Die im Stück angedeuteten gesellschaftskritischen Ansätze kommen auch allzu uneindeutig, vage formuliert - ergo das Genre (Satire? Drama?) nur schwer auszumachen. Eine vermeintliche Kernaussage verbleibt also im Nebulösen. Letztlich schien mir das ganze Projekt nicht viel mehr als eine Art eitle Selbstbespiegelung einiger Beteiligter (Beispiel: Swinton fungiert hier auch als Produzentin), dem eine tiefergehende Beratung in Sachen Sinnhaftigkeit vor der Umsetzung zwingend gutgetan hätte. Traurig, traurig.

cnm 

*ähnlich wie beim Filmstill oben

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