FRANZ K.
FRANZ K. ★★★★½☆
Start: 23.10.2025 | FSK 16
Tschechische Republik, Irland 2025
Genre: Biopic, DramaLänge: 127 Min.
Regie: Agnieszka Holland
Buch: Agnieszka Holland
Casting: Alexandra Montag, Simone Bär
Buch: Agnieszka Holland
Casting: Alexandra Montag, Simone Bär
Cast: Idan Weiss, Peter Kurth, Carol Schuler, Katharina Stark, Sebastian Schwarz, Jenovéfa Boková, Ivan Trojan u.a.
Kamera: Tomasz Naumiuk
Schnitt: Pavel Hrdlička
Musik: Mary Komasa, Antoni Lazarkiewicz
cnm
Kamera: Tomasz Naumiuk
Schnitt: Pavel Hrdlička
Musik: Mary Komasa, Antoni Lazarkiewicz
Prag, Anfang des 20. Jahrhunderts: Franz Kafka ist zerrissen zwischen der Autorität des
fordernden Vaters, der Routine im Versicherungsbüro und der stillen Sehnsucht nach
künstlerischer Entfaltung. Während seine Texte erste Leser finden, beginnt die Reise eines
jungen Mannes, der sich nach Normalität sehnt, jedoch den Widersprüchen des Lebens
begegnet, dabei Literaturgeschichte schreibt und sich immer wieder Hals über Kopf verliebt.
Getrieben von Liebe, Fantasie und dem Wunsch nach Respekt, unterstützt von seinem Freund
und Verleger Max Brod, entfaltet sich das komplexe Porträt eines der
maßgeblichen Denker der Moderne.
Niemand Anderes als Agnieszka Holland, die Kafka schon so früh verfallen war, hätte das Wagnis eingehen können, sich Kafka auf diese Art filmisch zu nähern. Holland selbst sagt von sich, dass sie früher einmal selbstvermessen geglaubt habe, Kafka zu verstehen, sich heute dessen aber nicht mehr so sicher sei. Mit dieser Ehrfurcht, diesem Respekt in sich hat sie einen mosaikartigen Film geschaffen, der sich bewusst jedweder Stereotypie entzieht, der hell und strahlend ist, eines schüchternen Schriftstellers Suche nach seinem Platz in der Welt nachgehend. Besonders auffällig ist das Stilmittel, in den Zeitebenen zwischen damals und heute kackfrech hin- und herzufliegen. Damit belässt sie dem Mann eine ihm gebührende Zeitlosigkeit und zugleich (in humorvoller Art) das Unberechenbare sowie (allem voran) die Aktualität seines gnadenlosen Pessimismus'.
Ich bedaure, diese Arbeit bislang nur einmal gesehen zu haben. Denn es steht außer Frage, dass einmal beiweitem nicht ausreicht, um den Film zu durchdringen, zu begreifen und ihm somit gerecht zu werden (ganz abgesehen davon, dass es nicht Hollands erklärte Absicht war, das Phänomen Kafka vollkommen zu durchleuchten). Aber mein Versäumnis wird sicher bald nachgeholt.
cnm

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