JANE AUSTEN UND DAS CHAOS IN MEINEM LEBEN

JANE AUSTEN UND DAS CHAOS IN MEINEM LEBEN ★★☆☆☆☆
Originaltitel: Jane Austen a gâché ma vie | Start: 16.10.2025 | FSK 0
Pablo Pauly, Camille Rutherford | © Splendid Film



Frankreich 2024
Genre: RomCom
Länge: 94 Min.
Regie: Laura Piani
Buch: Laura Piani
Casting: Lucciana de Vogüe
Cast: Camille Rutherford, Pablo Pauly, Charlie Anson, Annabelle Lengronne, Liz Crowther, Alan Fairbairn, Lola Peploe, Alice Butaud, Roman Angel u.a.
Kamera: Pierre Mazoyer (sie/ihr)
Schnitt: Floriane Allier
Musik: Peter von Poehl

Agathe, jung, hübsch und hoffnungslos alleinstehend, arbeitet in einer Buchhandlung und hat eine Jane-Austen-Romanempfehlung für alle Lebensfragen. Ihr Kumpel Felix erdreistet sich eines Tages, ohne ihr Wissen oder Einverständnis den von ihr begonnen Roman bei einem Wettbewerb einzureichen – und prompt wird sie auf einen historischen Landsitz eingeladen, um sich einer so elitären wie liebevoll-interessierten Gruppe anzuschließen. Hier begegnet sie konstant und unausweichlich einem Charmeur der ungeschliffenen Art namens Oliver; die beiden sind sich auf Anhieb Spinne Feind, was in ihr zu Ambivalenzen, ergo zu einer totalen Schreibblockade führt. Im Hinterkopf schwirrt Agathe außerdem immer noch der spontane Kuss herum, den ihr Felix kurz vor ihrer Abreise gab. Mehr Gefühlschaos kann es kaum geben...

Selbstverständlich werden Sie optimal und erwartungsgemäß bedient, wenn Sie aufgrund der Inhaltsangabe das Angekündigte erwarten. Es zeigt sich in Reinform, mit einer Frau, die das Chaos in sich trägt und auch bei scheinbar wohlwollenden Schicksalsfügungen ihr Glück versemmelt, ganz so wie in den prototypischen Bridget Jones-Filmen. Sie werden beglückt aus dem Kino schweben. Nun, das ist leider genau das, was mir auf die Nerven geht, dass nämlich eine Autorin (Austen), die für die Selbstbestimmung der Frau steht und hier auch als solche zitiert wird, herhalten muss für ein derart überholtes Narrativ: die schöne, aber naive und völlig unbeholfene Frau muss – egal wie emanzipiert – letztlich vom (gut aussehenden) Mann gerettet werden, sonst ist das Märchen nicht perfekt.

Dass der Film furchtbar geschnitten ist und seiner Elegie gedankt nicht selten schwere Langeweile aufkommen lässt, ist neben dieser inhaltlichen Kritik eigentlich nebensächlich, aber ich will' doch erwähnt haben. Ein paar wenige "wahre" Momente haben mein Gemüt dann noch der Gestalt befrieden können, dass ich die massentaugliche RomCom nicht als Totalausfall einstufe. Immerhin gibt es – pardon – hübsche Kostüme, Locations und Ausstattungsdetails zu bewundern.

cnm 

Camille Rutherford | © Splendid Film


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