STROMBERG - WIEDER ALLES WIE IMMER

STROMBERG - WIEDER ALLES WIE IMMER ½☆☆☆☆
Start: 04.12.2025 | FSK 12
Ulf Steinke, Tanja Steinke, Christoph Maria Herbst, Maha Hamo, Ujesh Buchele | © MadeFor Film Stephan Rabold




Deutschland 2024
Genre: Komödie, Mockumentary, Sequel
Länge: 100 Min.
Regie: Arne Feldhusen
Buch: Ralf Husmann
Casting: Iris Baumüller
Cast: Christoph Maria Herbst, Bjarne Mädel, Oliver Wnuk, Diana Staehly, Milena Dreissig, László Branko Breidig, Anna Mateur, Sophia Burtscher, Carlo Stolle, Benedict Fellmer, Ugurcan Düzgün, Ludwig Brix, Maximilian Pekrul u.v.m.
Kamera: Johannes Imdahl
Schnitt: Benjamin Ikes
Musik: Patrick Reising, Francesco Wilking, Carsten Meyer

Vor ca. zwanzig Jahren lernte Deutschland Bernd Stromberg und sein Team von der Schadensregulierung der Capitol-Versicherung kennen. Damals gab es noch nichts Veganes in der Kantine, Mobbing war Breitensport im Büro und Bernd Stromberg sagte: „Ich respektiere Frauen. Als Idee...“. Seither hat sich die (Arbeits-)Welt enorm verändert. Bernd Stromberg auch? Ein großes Wiedersehen aller Beteiligter soll Klarheit bringen. Eine aufwändige Reunion der alten Truppe vor laufenden Kameras. Berthold „Ernie“ Heisterkamp, Tanja und Ulf Steinke, Jennifer Schirrmann und natürlich Bernd Stromberg – sie alle treffen noch einmal aufeinander. Und wie bei einer klassischen Familienfeier gibt es auch hier eine einzigartige Mischung aus Nostalgie und Alkohol, aus alten Rechnungen und neuen Vorwürfen. So eskaliert das Wiedersehen schnell, und zwar auf eine Art und Weise, mit der keiner der Beteiligten gerechnet hatte. „Büro ist Krieg“, hieß es bei Stromberg damals. Heute ist alles noch viel schlimmer...

Ein müderes und sinnloseres Aufwärmen von Altherrenwitzen allein zu Ungunsten des hier beschriebenen Projekts ist mir ehrlich gesagt kaum vorstellbar. Verlässlich stehen alle nur denkbaren fauxpas und Peinlichkeiten – ähnlich einer Kalauerparade – im Mittelpunkt einer Story, die eigentlich keine ist. Hier ist tatsächlich die Zeit stehengeblieben, und jeder Versuch, das ironisch anzugehen oder irgendwie der heutigen Zeit angepasst... geht aufs Traurigste in die Hose. Da hilft es auch nichts, dass die geniale Kleinkünstlerin Anna Mateur einen kleinen Part (als TV-Chefredakteurin) übernimmt. Mir ging die Frage durch den Kopf, inwieweit dieser vorgestrige Humor als Selbstironie oder als ein schulterzuckendes "war doch ganz nett damals, oder?" gedacht war. Wie als Bestätigung des blamablen Niveaus werden ohne Scham Produktplatzierungen des Sponsors in den Film gezwungen; sie bestätigen, dass Geld mit Leichtigkeit alles übernehmen kann: Projekte, die Kunst, eine jede Würde und Selbstachtung.

Eigentlich gehe ich ins Kino, um vor der deprimierenden Wirklichkeit zu flüchten und in andere, faszinierende Welten einzutauchen. Hier ergeht es mir beim Verlassen des Kinosaals ausnahmsweise einmal andersherum. Das wäre dann vielleicht der unbeabsichtigte Vorteil dieses Sequels.

cnm 

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