MARTY SUPREME

MARTY SUPREME ★★★★★☆
Start: 26.03.2026 | FSK 12 
Timothée Chalamet, Tyler Okonma | © Tobis Film


USA 2025
Genre: Biopic
Länge: 149 Min.
Format: Cinemascope
Regie: Josh Safdie
Buch: Ronald Bronstein, Josh Safdie
Casting: Jennifer Venditti u.a.
Cast: Timothée Chalamet, Gwyneth Paltrow, Odessa A'zion, Kevin O'Leary, Tyler Okonma, Abel Ferrara, Fran Drescher u.a.
Kamera: Darius Khondji
Schnitt: Ronald Bronstein, Josh Safdie
Musik: Daniel Lopatin

Schuhverkäufer Marty hat ein großes Ziel im Leben: Weltmeister im Tischtennis zu werden und somit in den Olymp der gefeierten Sportler aufzusteigen, zu denen er sich selbst ohnehin schon lange zählt. Um an einem Turnier in London teilnehmen zu können, setzt der junge New Yorker alles auf eine Karte, muss sich im nervenaufreibenden Finale aber dem japanischen Sportstar Endo geschlagen geben. Doch das ist erst der Anfang der Odyssey eines Mannes, der bereit ist, für einen persönlichen Triumph alles zu riskieren. Denn für den kleinen Schuhladen seines Onkels ist Martys Lebenstraum definitiv ein paar Nummern zu groß. – Angelehnt an die Biografie des legendären Tischtennisspielers und Lebemanns Marty Reisman (1930 – 2012).

Marty Supreme ist ein wüster Ritt, eine chaotische Odyssee eines Besessenen, eines Egozentrikers, eines, der über Leichen geht und dabei erstaunlich liebenswert-harmlos rüberkommt. Ich bin diesem Chaos gerne mehr als einmal gefolgt und würde mir den Film immer wieder ansehen. Chalamet verkörpert den Mann mit vollem Einsatz, und es ist ein Glück, dass er den Rest des Casts nicht an die Wand spielt, sondern aus der glamourösen Besetzung ein organisches Ganzes erwächst. Wie für so viele seiner Rollen hat der Herr sich voll ins Zeug gelegt, er spielt Profitischtennis wie ein junger Gott, und das in vielen Totalen, es sieht also nicht digital getrickst aus oder wurde verräterisch tot-geschnitten.

Fast hätte man diesen kleinen Wahnsinn als Selbstzweck stehen lassen können, doch da ist auch noch ganz en passant ein Mehrwert mit eingebracht, nämlich die Frage nach dem Verrat der eigenen Integrität gegen Kohle, ein zeitloses, immerwährendes Dilemma um Ehre und Bestechlichkeit. Das in diesem Falle einen nahezu euphorischen Siegeszug als Antwort bereithält. 

Ich würde wagen zu behaupten, dass an diesem Cinemascope-Kinoereignis kein Weg vorbei führt. Chalamet gibt wirklich einen soliden Kandidaten als De Niro-Epigone ab.

cnm 

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