BLUE MOON
BLUE MOON ★★★★★☆
Start: 26.03.2026 | FSK 12
USA 2025
Genre: Kammerspiel, Drama, BiopicLänge: 100 Min.
Regie: Richard Linklater
Buch: Robert Kaplow
Casting: Olivia Scott Webb
Buch: Robert Kaplow
Casting: Olivia Scott Webb
Cast: Ethan Hawke, Margaret Qualley, Bobby Canavale, Andrew Scott, John Doran u.a.
Kamera: Shane F. Kelly
Schnitt: Sandra Adair
Musik: Graham Reynolds
Kamera: Shane F. Kelly
Schnitt: Sandra Adair
Musik: Graham Reynolds
Zahllose Songs eines amerikanischen KreativDuos, namentlich Lorenz Hart (Lyrics) und Richard Rodgers (Musik), gehen bis heute dir Runde um die Welt – im Radio, in Scores, in Playlists, auf Plattentellern und Bühnen... darunter Evergreens wie My Funny Valentine, The Lady is a Tramp, I didn't know what Time it was oder der hier titelgebende Song Blue Moon. Gelebt und geschaffen haben die beiden Kreativ-Genies im Amerika der 1930er und -40er Jahre. Mit dem Erfolgsmusical Oklahoma! aus der Feder Rodgers' neigt sich diese erfolgreiche Zusammenarbeit dem Ende – eine Tatsache, der sich Hart so gar nicht stellen will. Und so spielt der Film als Kammerspiel einzig und allein in der Künstlerbar "Sardi's", in der Hart erscheint, um seine eigene One-Man-Show abzuziehen, indem er unablässig monologisiert und philosophiert und reflektiert und memoriert – während er bekundet, sich nicht betrinken zu wollen... und es doch tut, Die Blicke des Barkeepers kommentieren dieses Desaster besser als tausend Worte.
Die illustren nach und nach eintrudelnden (und traurigerweise allesamt wohlmeinenden) Gäste aus Künstlerkreisen wirken hier in ihrer nonchalanten Zurückhaltung wie Beiwerk, und das sind sie auch. Denn Hart ist das dramatische Zentrum dieses Abends: alle wissen es, man gönnt es ihm, dem dem Untergang Geweihten, dessen Welt seit dem Krieg nicht mehr dieselbe ist und auch nie wieder sein wird.
Mit Blue Moon scheinen wir es mit einem neuen Richard Linklater zu tun zu haben: die Präzision und Dramatik seines Stücks ist derart groß und gekonnt, dass ich sie nie mit diesem Regisseur in Verbindung gebracht hätte, auch wenn er bis dato sowieso schon Meisterliches geleistet hat. Im Zentrum der Arbeit: ebenfalls ein Schauspieler, der sich neu erfunden zu haben scheint, Ethan Hawke als alternder, alkoholsüchtiger schwuler Mann zu Beginn seines Niedergangs Richtung Bedeutungslosigkeit. Hawks Performance ist fesselnd, ist in jedem Moment erschütternd, fast so, dass ich's kaum aushalten konnte vor lauter Erbärmlichkeit hinter all den großen Gesten eines von Leidenschaft und Enttäuschung zerfressenen Mannes, der alles unternimmt, damit man ihm seine Trauer nicht anmerke, der alle im Raum für einen Abend zu seinem letzten Publikum macht (uns inbegriffen). – Und dankenswerterweise sind neben ihm alle Figuren auf Augenhöhe besetzt und leisten auf Augenhöhe; auch hier überzeugen Pianist wie Wirtin wie künstlerische Gefährtin... und machen das Trauerspiel aufs Großartigste perfekt.
Mit Blue Moon scheinen wir es mit einem neuen Richard Linklater zu tun zu haben: die Präzision und Dramatik seines Stücks ist derart groß und gekonnt, dass ich sie nie mit diesem Regisseur in Verbindung gebracht hätte, auch wenn er bis dato sowieso schon Meisterliches geleistet hat. Im Zentrum der Arbeit: ebenfalls ein Schauspieler, der sich neu erfunden zu haben scheint, Ethan Hawke als alternder, alkoholsüchtiger schwuler Mann zu Beginn seines Niedergangs Richtung Bedeutungslosigkeit. Hawks Performance ist fesselnd, ist in jedem Moment erschütternd, fast so, dass ich's kaum aushalten konnte vor lauter Erbärmlichkeit hinter all den großen Gesten eines von Leidenschaft und Enttäuschung zerfressenen Mannes, der alles unternimmt, damit man ihm seine Trauer nicht anmerke, der alle im Raum für einen Abend zu seinem letzten Publikum macht (uns inbegriffen). – Und dankenswerterweise sind neben ihm alle Figuren auf Augenhöhe besetzt und leisten auf Augenhöhe; auch hier überzeugen Pianist wie Wirtin wie künstlerische Gefährtin... und machen das Trauerspiel aufs Großartigste perfekt.
Allein, für einen solchen Film braucht es Langmut und starke Nerven. Auch wenn die Bilder durchweg ausgeklügelt und stimmig sind, gibt es wenig Ablenkung vom Elend, ist der Film ein reiner Schauspielerfilm, Theater im Kino gewissermaßen. Kein Kino für alle, aber das Kino für Cineasten.
Mit Blue Moon hat Richard Linklater sein Œuvre eindeutig und für alle Zeit mit einem leuchtenden Stern der Inszenierungs- und Erzählkunst versehen. Was mich verdammt neugierig auf alles macht, was ihm als nächstes einfällt.
Mit Blue Moon hat Richard Linklater sein Œuvre eindeutig und für alle Zeit mit einem leuchtenden Stern der Inszenierungs- und Erzählkunst versehen. Was mich verdammt neugierig auf alles macht, was ihm als nächstes einfällt.
cnm
| Mitte: Margaret Qualley | Sony Pictures Germany |
Querverweis auf Stan & Ollie (2019)
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