DER TEUFEL TRÄGT PRADA 2

DER TEUFEL TRÄGT PRADA 2 ★★★☆☆☆
Originaltitel: The Devil Wears Prada 2 | Start: 30.04.2026 | FSK 0
Meryl Streep | © Walt Disney Germany



USA 2026
Genre: Komödie
Länge: 119 Min.
Regie: David Frankel
Buch: Aline Brosh McKenna
Basierend auf: Lauren Weisberger
Casting: Ellen Lewis
Cast: Meryl Streep, Emily Blunt, Anne Hathaway, Stanley Tucci, Lucy Liu, Kenneth Branagh, Simone Ashley, Lady Gaga, Justin Theroux u.a.
Kostüme: Molly Rogers
Kamera: Florian Ballhaus
Schnitt: Andrew Marcus
Musik: Theodore Shapiro

20 Jahre ist es her, dass die Chefredakteurin des Modemagazins Runway, Miranda Priestley, ihrer neuen Assistentinnen Andy nebst Mitarbeiterin Emily die Hölle heißtgemacht hat, während ihr Assistent Nigel als so etwas wie ein Puffer fungierte. In Windeseile erlangte diese Buchverfilmung Kultstatus, was die Neugier auf eine Fortsetzung selbstredend befeuert. Nun begegnen sie sich wieder, unter völlig neuen Vorzeichen: die Erfolgreiche Tyrannin ist in existentieller Not, Emily hat es zur Spitze eines Top-Labels gebracht und Andy ist erfolgreiche Journalistin, die just zu Filmbeginn in eine prekäre Lage gerät. Diese Frauen verachten und brauchen einander zu fatal gleichen Teilen.

Meinen Schlusspunkt möchte ich vorwegnehmen: jede Kritik am Film ist unmaßgeblich, da die Fanbase die Geschichte entgegennehmen und genießen wird wie Champagnertrüffel.

Aus diesem Grund nur ein paar Nebenbeobachtungen von meiner Seite:
Die vier Hauptfiguren sind und bleiben die Säule des Films, und sie sehen umwerfend aus. Die Schönheitschirurgie hat hier gute Arbeit geleistet, man könnte fast meinen, es sei keine Zeit vergangen – wenn auch das eine oder andere Gesicht ab jetzt für längere Zeit in Ruhe gelassen werden sollte, bevor es zur Maske verkommt.

Mich persönlich haben die einzelnen cineastischen Bausteine ein wenig irritiert: die Musikauswahl wirkt zwar pulsierend, aber auch ein wenig beliebig, und ein absoluter Klassiker der Popmusik wirkte auf mich wie ein Fremdkörper, auf den besser hätte verzichtet werden sollen. Bei der gezeigten Mode habe ich mich gefragt: ist das die Wirklichkeit? Ist das modisch? Ist das schön? Teils empfand ich die Kreationen als zum Weglaufen grässlich! Man kläre mich bitte auf, inwieweit das Kostümbild 2026 einen Realitätsbezug hat.

Und wenn Mode und schöne Menschen im Mittelpunkt des Interesses stehen, hält sich die Kamera zurück. Für diesen Zusammenhang habe ich noch nie einen echten Grund gesehen, doch auch hier bietet die Kamera nur ödes Mittelmaß.

Das für mich Deprimierendste – neben einer kleinen, unvorhergesehenen und schönen Wendung gegen Ende – ist die Misogynie und der Zynismus in diesem Film. Es wird quasi als chic und witzig verkauft, wie herablassend vor allem Miranda den beiden jüngeren Frauen entgegentritt, und als anrührend, wenn diese harte Wand irgendwann durchlässiger, weicher wird – natürlich nur auf Basis von Erfolgen. Das ist das Hochhalten von neoliberalen Gesetzmäßigkeiten, wie wir sie derzeit vernichtender denn je erleben – hier zu Unterhaltungszwecken.

Mich persönlich lässt das komplett kalt, doch ich weiß, der Film wird abräumen, wenn auch mit signifikant geringerer Halbwertszeit. Und warum auch nicht. Bleibt nur zu hoffen, dass sich dieselben Leute bei Gelegenheit auch mal Kinofilme mit Mehrwert gönnen.

cnm 

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