ROSE

ROSE ★★★★★
Start: 30.04.2026 | FSK 12
Godehard Giese, Sandra Hüller | © Piffl Medien



Österreich, Deutschland 2026
Genre: Drama, Historie
Länge: 94 Min., s/w
Regie: Markus Schleinzer
Buch: Markus Schleinzer, Alexander Brom
Casting: Katrin Vorderwülbecke, Markus Schleinzer, Carmen Loley
Cast: Sandra Hüller, Caro Braun, Marisa Growaldt, Godehard Giese, Maria Dragus, Annalisa Hohl, Robert Gwisdek, Augustino Renken, Maurice Leonhard
Kamera: Gerald Kerkletz
Schnitt: Hansjörg Weißbrich (BFS)
Musik: Tara Nome Doyle

Während des 30-jährigen Krieges erscheint wie aus dem Nichts ein verwundeter Soldat in einem abgeschiedenen protestantischen Dorf. Schweigsam, schmal, das Gesicht durch eine Narbe entstellt. Der Fremde behauptet, Erbe eines seit langem verlassenen Gutshofs zu sein und kann ein Dokument vorlegen, das seinen Anspruch beweist. Die Dorfgemeinde allerdings ist skeptisch. Immerhin setzt der Fremde alles daran, hier sein Glück zu finden. Er fügt sich ein, arbeitet hart, nimmt bald sich eine Frau zur Seite. Sein Streben nach Anerkennung und Akzeptanz werden aber durch sein Geheimnis erschwert: Unter falscher Identität, unter falschem Namen und unter Vortäuschung eines falschen Geschlechts hat der Soldat – ihr Name ist Rose – seinen Weg in das Dorf genommen.

Nun fragt sich: wie weit kann man sich aus dem Fenster lehnen? Immerhin soll die Frau ja schwanger werden, und auch sie soll den Betrug nicht merken: ein Ding der Unmöglichkeit! Doch das Schicksal greift dem Lügner weiter und effektiver unter die Arme, als zu erwarten war. Nach und nach, versteht sich, kommt die Wahrheit dann aber doch ans Licht; eine Geschichte, die kein gutes Ende nehmen kann.

ROSE – die wahrhaftige Beschreibung einer
Land- und Leutebetrügerin, die, obwohl als
eine Weibs- Person geboren dem zum Trotz
unter falschem Nam als Manns-Bild sich
betragen, und viel üble Schandtat hat getrieben.

Der Film offenbarte sich mir als etwas völlig Anderes als erwartet. Hier geht es nicht um ein Schelmenstück einer durch und durch bösen oder hinterlistigen Person, sondern um den Akt feministischer Emanzipation! Wie, wenn nicht als Mann, sollte Rose zu Land und Macht und Privilegien gelangen in einer Zeit, da das Weib dem Manne zu dienen und zu gebären hatte? Die hier gezeigte Geschichte spiegelt damit, wenn auch unter anderen Vorzeichen und komplexeren Beweggründen, die Diskussion um geschlechtliche Selbstbestimmung von heute, spiegelt die hasserfüllten Reaktionen darauf. Dies macht Rose zu einem gewichtigen und zeitlosen Manifest. Diese Geschichte einer Betrügerei ist nicht leicht zu konsumieren, kein reiner Unterhaltungsfilm, doch ihre Wirkung ist enorm, und sie bleibt für lange Zeit im Gedächtnis verankert.

Diese Erzählung beruht auf einem wahren Gerichtsfall von vor 250 Jahren. Vor allem Männer, die heute immer noch die Welt regieren wollen, die Alphatiere, sollten sich bestimmte Worte der Rose gewissenhaft zu Gemüte führen, sie verinnerlichen und in Demut das Haupt senken.

cnm 

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