DER VERLORENE MANN
DER VERLORENE MANN ★★★★½☆
Start: 07.05.2026 | FSK 12
Deutschland 2026
Genre: Drama, LiebeLänge: 102 Min.
Regie: Welf Reinhart
Buch: Tünde Sautier, Welf Reinhart
Casting: Stefany Pohlmann
Buch: Tünde Sautier, Welf Reinhart
Casting: Stefany Pohlmann
Cast: Dagmar Manzel, Harald Krassnitzer, August Zirner u.a.
Kamera: Micky Graeter
Schnitt: Ulrike Tortoda
Musik: Pablo Jókay
Kamera: Micky Graeter
Schnitt: Ulrike Tortoda
Musik: Pablo Jókay
Hanne und Bernd sind ein eingespieltes, sich liebendes Paar. Sie unterrichtet noch und ist außerdem bildende Künstlerin, er Pfarrer im Ruhestand. Es ist ein glückliches Leben. Zu Hannes großer Überraschung steht eines Tages Hannes Ex-Mann Kurt vor ihrer Tür. Zwanzig Jahre hatten die beiden keinen Kontakt, und nun spaziert er mit der größten Selbstverständlichkeit ins Haus und verhält sich, als wäre er hier zuhause. Nach einer kurzen Phase der Irritation stellen Hanne und Bernd fest, dass Kurt unter fortgeschrittener Demenz leidet. Seine Tochter ist zu dem Zeitpunkt verreist, und im Heim sagt man ihnen, es sei keine Option, den Mann einzusperren. Was tun? Für eine begrenzte Zeit ist das Paar (sie mit großem inneren Widerstand) letztlich bereit, Kurt bei sich aufzunehmen. Es soll eine Zeit werden, die sie alle verändert.
Der verlorene Mann bringt beinahe schon lyrische Qualitäten mit: hier ist alles wohl überlegt, nichts unnatürlich oder künstlich aufgesetzt. Die Prozesse sind allzu nachvollziehbar, jede Figur (vor allem Kurt scheint mir in seinem demenziellen Verhalten sehr gut recherchiert zu sein) mit selbstverständlicher Würde interpretiert. Es ist den Figuren erlaubt, sich im Fortlauf der Geschichte zu verändern, ihre Gedanken immer wieder neu zu ordnen und neue Schlüsse zu ziehen bzw. Forderungen an die anderen zu stellen. Begleitet werden sie von einer Kamera, die wirklich keine einzige Einstellung dem Zufall überlässt und damit selbst eine wertvolle Dimension hinzufügt. Das ist Gefühlskino ohne Schmonz, von großer Erhabenheit und Eleganz.
Der verlorene Mann ist eine bemerkenswerte Elegie über den schwierigen Prozess des Loslassens und Vergebens unter ungewöhnlichen Umständen, ein perfekt ausgeloteter Film, der den Kinobesuch unbedingt lohnt!
cnm

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