OBSESSION – DU SOLLST MICH LIEBEN

OBSESSION – DU SOLLST MICH LIEBEN ★★★★½☆
Originaltitel: Obsession | Start: 14.05.2026 | FSK 16
Inde Navarrette, Michael Johnston | © 2026 FOCUS FEATURES LLC

USA 2025
Genre: Horror
Länge: 109 Min.
Regie: Curry Barker
Buch: Curry Barker
Casting: Skyler Zurn
Cast: Michael Johnston, Inde Navarrette, Cooper Tomlinson, Megan Lawless, Haley Fitzgerald, Darin Toonder, Andy Richter, Anthony Pavone, Chloe Breen
Kamera: Taylor Clemons
Schnitt: Curry Barker
Musik: Zach "Rock" Burwell

Bear ist ein zwar gut aussehender, aber darüberhinaus denkbar schüchterner Typ, der tags davon träumt, mit seiner selbstbewussten, sehr attraktiven Kollegin Nikki zusammen zu sein. Zwar verstehen sie sich freundschaftlich, doch mehr scheint nicht drin zu sein. Dann kommt dieser schräge Tag, an dem er fast wie nebenbei in einem Laden auf eine Palette mit kleinen Stäben namens One-Wish-Willow stößt. Man zerbricht einen und hat einen Wunsch frei – egal, welchen –, der dann auf jeden Fall in Erfüllung geht. Offenbar gab es zur Wirksamkeit die eine oder andere Beschwerde, aber einen Versuch ist es wert, meint Bear und wünscht sich (logisch!), dass Nikki ihn und nur ihn für alle Zeiten lieben soll.

Der Wunsch geht in Erfüllung, doch was das konkret bedeutet, hätte Bear sich in seinen dunkelsten Träumen nicht vorgestellt.

Der folgende Text könnte Spuren von Spoilern enthalten.

Da Obsession als Horrorfilm gelabelt ist, kann man sich schon ausmalen, was in etwa die Folge von Bears großem Wunsch ist. Hier bedient der Film die Publikumserwartungen ans Genre satt! Formal gefiel mir, dass als subtil bedrohliches Stilmittel die Dunkelheit, dunkle Bilder, viel Schatten und damit so etwas wie Ungewissheit als bedrohliches Moment eingesetzt wurde: einfach, aber ausgesprochen effektiv. Doch dann geht es zur Sache und wird... äh... unappetitlich. 

Die dem Bann des Wunsches Unterworfene ist nicht mehr sie selbst, sie gehört dem Wunsch und muss ihm gehorchen (hier bestehen gewisse Analogien zu Get Out – USA 2017). Was hieraus entsteht, ist eigentlich vom ersten Moment an bedrohlich, und es hat mich sehr gewundert, dass Bear bei deutlicheren Anzeichen einer Art Besessenheit nicht schneller die Reißleine zieht. So kann sich die Fixiertheit der Nikki gewissermaßen bis ins Unermessliche steigern!

Autor Barker hat sich dann auch gestattet, extreme Gewalt zum Einsatz zu bringen, was zwar ausgesprochen schockierend ist, es aber m.E. nicht zwingend gebraucht hätte. Fest steht: aus dem Topic Besessenheit ist keine gute Form von Liebe in Verbindung mit der surrealen Erzählung des erfüllten Wunsches ergibt einen äußerst originellen und einprägsamen Horror, wie er uns selten gegönnt wird.

Die psychologische Seite ist dabei übrigens wesentlich unheimlicher als die körperliche, trotz expliziter Schockmomente. Damit gehört Obsession definitiv in den Katalog der Horrorfilme des Jahre 2026, die Sie nicht verpassen dürfen.

cnm 

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