DER PERFEKTE SCHEIN – DER FALL BOJARSKI

DER PERFEKTE SCHEIN – DER FALL BOJARSKI ★★★½☆☆
Originaltitel: L'AFFAIRE BOJARSKI | Start: 30.07.2026 | FSK 16
Reda Kateb | © Progress Film



Frankreich 2025
Genre: True Crime
Länge: 128 Min.
Format: 1.85:1
Regie: Jean-Paul Salomé
Buch: Jean-Paul Salomé, Bastien Daret
Casting: Juliette Denis
Cast: Reda Kateb, Sara Giraudeau, Bastien Bouillon, Pierre Lottin, Quentin Dolmaire, Victor Poirier, Olivier Loustau, Lolita Chammah, Camille Japy, Arthur Teboul
Kamera: Julien Hirsch
Schnitt: Valérie Deseine
Musik: Mathieu Lamboley

Im Frankreich der Nachkriegszeit mausert sich der polnischen Flüchtling Jan Bojarski zum genialsten Geldfälscher seiner Epoche. In seinem Hinterhof produziert er über anderthalb Jahrzehnte nahezu perfekte Banknoten – so überzeugend, dass selbst die Banque de France sie nicht vom Original unterscheiden kann.​​

Doch mit den Jahren ruft die Flut des Falschgelds Kommissar Mattei auf den Plan, dessen hartnäckige und unablässige Jagd auf den unbekannten Meisterfälscher in ein gefährliches Katz‑und‑Maus-Spiel mündet. Bojarski muss nun immer größere Risiken eingehen – bis schließlich seine gesamte Existenz auf dem Spiel steht.

Formal zeigt sich diese Verfilmung einer wahren Geschichte makellos: Bühnenbilder, Außenaufnahmen mit viel Patina in perfekten Brauntönen, subtil spannungsgeladene Musik im alten Stil, Kostüm und Cast... alles vom Feinsten, so meisterlich wie die Arbeit des Blütenherstellers. Wir erleben hier mit, wie toxisch die Besessenheit einer aus der ökonomischen Not geborenen kriminellen Handlung sich auf das Privatleben, das Private auslebt, dass sie isoliert und die Familie zerstören kann. (Als hätte man Breaking Bad auf Spielfilmlänge komprimiert).

Das kann ich benennen und wertschätzen. Leider hat mich der Film dennoch nicht mitgerissen; zu bekannt die erzählerischen Muster, zu absehbar die gesamte Entwicklung, zu langsam die minutiös gezeigten Produktionsvorgänge. Um ehrlich zu sein, hat mich der Film furchtbar ermüdet. Gern hätte man von mir aus Nebenschauplätze und erfundene Konflikte hinzu dichten können, um dieser Elegie etwas mehr Tempo und Leben einzuhauchen.

An sich interessante Geschichte über einen Betrüger aus Leidenschaft, nobel präsentiert, gediegen-verlässliches Historienkino für ein langmütiges Publikum.

cnm 

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