DER KÖNIG DER LÖWEN (2019)
- Etertainment vs. Edutainment -
DER KÖNIG DER LÖWEN ★★★★★★
Originaltitel: The Lion King
Regie: Jon Favreau
Buch: Jeff Nathanson, Irene Mecchi, Jonathan Roberts, Linda Woolverton
nach der Idee von: Brenda Chapman
Buch: Jeff Nathanson, Irene Mecchi, Jonathan Roberts, Linda Woolverton
nach der Idee von: Brenda Chapman
Stimmen im Original: Donald Glover, Beyoncé Knowles-Carter, James Earl Jones, Seth Rogen, Chiwetel Ejiofor, Alfre Woodard u.a.
Deutsche Stimmen: Leonard Hohm, Magdalena Turba, Matti Klemm, Daniel Zillmann, Torsten Michaelis, Alexandra Wilcke u.a.
Kamera: Caleb Deschanel
Schnitt: Adam Gerstel, Mark Livolsi
Musik: Hans Zimmer
Deutsche Stimmen: Leonard Hohm, Magdalena Turba, Matti Klemm, Daniel Zillmann, Torsten Michaelis, Alexandra Wilcke u.a.
Kamera: Caleb Deschanel
Schnitt: Adam Gerstel, Mark Livolsi
Musik: Hans Zimmer
Remake des Disney Zeichentrickfilms gleichen Titels aus dem Jahre 1994.
Kurz zur Geschichte: der kleine Löwe Simba soll einst das Erbe seines Vaters als Rudelführer und König der Wüste antreten, doch der böse Onkel Scar schießt quer. Seine Intrigen gehen so weit, dass Simba mit größten Schuldgefühlen das Weite sucht und in einem entlegenen Paradies mit neuen Freunden ein neues Leben beginnt. Nachdem er herangewachsen ist, kommt seine alte Freundin (und neue Liebe) Nala, um ihn an seine Pflichten als König zu erinnern.
Kurz zur Geschichte: der kleine Löwe Simba soll einst das Erbe seines Vaters als Rudelführer und König der Wüste antreten, doch der böse Onkel Scar schießt quer. Seine Intrigen gehen so weit, dass Simba mit größten Schuldgefühlen das Weite sucht und in einem entlegenen Paradies mit neuen Freunden ein neues Leben beginnt. Nachdem er herangewachsen ist, kommt seine alte Freundin (und neue Liebe) Nala, um ihn an seine Pflichten als König zu erinnern.
Zur Form:
Zwar hätte ich hier ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln, wie zum Beispiel zu schnelle Überblendungen oder die Tatsache, dass wieder einmal nicht gelungen ist, das spezifische Gewicht schwerer und großer Tiere in ihren Bewegungsabläufen glaubhaft zu machen (immer noch gehen sie wie im leichten Schwebezustand; jeder alte Zeichentrick-Klassiker hat dieses Problem nicht gehabt). Doch sind diese Mäkeleien vernachlässigbar angesichts der Tatsache, dass der Film keinen Moment lang langweilig, also gut gestrickt ist, und dass wir es mit einer neuen Bildwelt zu tun bekommen: dem Hyperrealismus. Lichtsetzung, Texturen, Naturschauspiele... das auf großer Leinwand zu sehen ist ein ähnlicher Meilenstein wie seinerzeit "Avatar". Allein deswegen meine absolute Empfehlung! (Nur vorsicht mit den ganz jungen Seelchen, FSK hin oder her - der Film hat ausgesprochen dunkle und bedrohliche Momente).
Zum Wert:
Hier sieht es diametral anders aus. Der Film passt gesellschaftspolitisch einerseits gar nicht, andrerseits perfekt in unsere Zeit. Denn er spiegelt ein überholtes patriarchales Gefüge aus den 50ern (der Mann regiert, die Frau folgt ihm in Demut), das gelinde gesagt zum Kotzen ist und andererseits unübersehbar von einem Teil der Gesellschaft zurückgewünscht wird. Ich gebe zu, dass mir dieser Aspekt während der Sichtung nicht (!) aufgefallen ist - zu sehr war ich gebannt von der genialen Machart. Die Augen geöffnet hat mir der exzellente Artikel der Filmlöwin: www.filmloewin.de, dessen Lektüre hiermit dringend empfohlen sei. Präziser kann man die vielen Schwachpunkte von "Der König der Löwen" nicht sezieren. Meine Empfehlung wäre, dass Eltern mit ihren Kindern reden, nachdem der Film konsumiert wurde und sehr deutlich machen, ob sie selbst mit diesem Weltbild einverstanden sind oder nicht.
Zwar hätte ich hier ein paar Kleinigkeiten zu bemängeln, wie zum Beispiel zu schnelle Überblendungen oder die Tatsache, dass wieder einmal nicht gelungen ist, das spezifische Gewicht schwerer und großer Tiere in ihren Bewegungsabläufen glaubhaft zu machen (immer noch gehen sie wie im leichten Schwebezustand; jeder alte Zeichentrick-Klassiker hat dieses Problem nicht gehabt). Doch sind diese Mäkeleien vernachlässigbar angesichts der Tatsache, dass der Film keinen Moment lang langweilig, also gut gestrickt ist, und dass wir es mit einer neuen Bildwelt zu tun bekommen: dem Hyperrealismus. Lichtsetzung, Texturen, Naturschauspiele... das auf großer Leinwand zu sehen ist ein ähnlicher Meilenstein wie seinerzeit "Avatar". Allein deswegen meine absolute Empfehlung! (Nur vorsicht mit den ganz jungen Seelchen, FSK hin oder her - der Film hat ausgesprochen dunkle und bedrohliche Momente).
Zum Wert:
Hier sieht es diametral anders aus. Der Film passt gesellschaftspolitisch einerseits gar nicht, andrerseits perfekt in unsere Zeit. Denn er spiegelt ein überholtes patriarchales Gefüge aus den 50ern (der Mann regiert, die Frau folgt ihm in Demut), das gelinde gesagt zum Kotzen ist und andererseits unübersehbar von einem Teil der Gesellschaft zurückgewünscht wird. Ich gebe zu, dass mir dieser Aspekt während der Sichtung nicht (!) aufgefallen ist - zu sehr war ich gebannt von der genialen Machart. Die Augen geöffnet hat mir der exzellente Artikel der Filmlöwin: www.filmloewin.de, dessen Lektüre hiermit dringend empfohlen sei. Präziser kann man die vielen Schwachpunkte von "Der König der Löwen" nicht sezieren. Meine Empfehlung wäre, dass Eltern mit ihren Kindern reden, nachdem der Film konsumiert wurde und sehr deutlich machen, ob sie selbst mit diesem Weltbild einverstanden sind oder nicht.
Formal ohne Frage ein Must-See, inhaltlich jedoch einem Gesellschaftsbild der 50er verpflichtet, ist dieser Film einer der ambivalentesten des Jahres.
cnm
Hinweis auf meine neue Seite "Réumé" auf www.cinemoenti.blogspot.com, hier finden Sie einen blitzschnellen Überblick über aktuell laufende Filme, incl. Ein-Satz-Kritiken.
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