ASTRONAUT

- Blick gen Himmel -
ASTRONAUT
Kinostart: 15. Oktober 2020
Richard Dreyfuss, Richie Lawrence























Kanada 2020
Genre: Drama, Feel-Good, Familie
Länge: knapp 100 Min.
Regie: Shelagh McLeod
Buch: Shelagh McLeod
Darsteller: Richard Dreyfuss, Lyriq Bent, Krista Bridges, Colm Feore, Richie Lawrence, Graham Greene
Kamera: Scott McClellan
Schnitt: Tiffany Beaudin
Musik: Virginia Kilbertus

Endstation Altersheim. Die Tochter des Witwers Angus Stewart macht sich allzu große Sorgen, weil sie und ihre Familie sich nicht mehr adäquat um den gesundheitlich stark angeschlagenen alten Vater kümmern können, und so wird dessen Umzug ins Heim mal eben beschlossen und durchgesetzt. Im Heim ist Angus top versorgt - und natürlich vollkommen fehl am Platz. Denn der Mann hat noch nicht aufgegeben, er hat noch Träume. Als gelernter Straßenbauingenieur mit ungebremstem Interesse an Bodenbeschaffenheiten verfolgt er gebannt die Ausschreibung der Teilnahme eines normal Sterblichen an einem Flug ins All. Der Platz wurde von einem Millionär finanziert: ein Normalo darf Richtung Sterne fliegen! Aber Angus ist mit 75 Jahren zu alt, er fällt durch's Raster. Er würde von sich aus diesen Umstand akzptieren - doch sein Enkel - der wiederum zu jung für die Teilnahme ist - ist bereit, dem Großvater zu helfen - Dokumentenfälschung inbegriffen! In letzter Minute geht Angus tatsächlich ins Rennen...

Zugegeben ist dies ein Film für die ganze Familie, wie man so schön sagt, er wird niemandem weh tun. Alles geht seinen vorhersehbaren, dramaturgisch verlässlichen Gang. Ein paar Schmunzler hier und da eingerechnet. Mir ist das nicht nur zu rund, sondern vor allem zu platt. Eigentlich sind sämtliche Figuren Stereotype, zuweilen über die Schmerzgrenze hinaus: die Alten im Heim immer niedlich-verwirrt-heiter, die Generation zwischen dem Opa und dem Enkel farblos, nulldimensional, wie Pappaufsteller. Wenig hilfreich ist für meinen Geschmack auch die naive Musik, die den "Ich tu keinem was"-Charakter des Films zusätzlich ausreizt. In der synchronisierten Fassung sind außerdem die Lautstärkeverhältnisse problematisch gelöst, und ein immerwährendes Schnaufen der Hauptfigur möglicherweise der Synchronregie aus unerfindlichen Gründen entgangen. Möglicherweise gibt es eine Zielgruppe für diese Art Film - eine Herausforderung stellt er jedenfalls nicht dar.
 
Netter Film um ein Opa-Enkel-Gespann und um späte Träume, leichte familientaugliche Kost für den seeeehr entspannten Kinobesuch.

cnm

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