GAZA MON AMOUR
GAZA MON AMOUR ★★★★★☆
Kinostart: 22.07.2021 | FSK 12
Frankreich, Palästina, Deutschland, Portugal 2020
Genre: Liebesfilm, DramödieLänge: knapp 90 Min.
Regie: Tarzan und Arab Nasser
Buch: Tarzan und Arab Nasser
Buch: Tarzan und Arab Nasser
Darsteller: Salim Dau, Hiam Abbass, Maisa Abd Elhadi, Ibrahim Altoubat, Ruala Abd Elhadi u.a.
Kamera: Christophe Graillot
Schnitt: Véronique Lange, Chrystel Alépée
Musik: André Matthias,
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Kamera: Christophe Graillot
Schnitt: Véronique Lange, Chrystel Alépée
Musik: André Matthias,
Der 60-jährige Junggeselle Issa führt ein ruhiges, einsames Leben als einfacher Fischer im Hafen von Gaza - leider ohne Lizenz. Heimlich ist er in die Witwe Siham verliebt, die er täglich an ihrem Marktstand beobachtet, wo sie als Schneiderin arbeitet. Sein Liebeswerben verläuft allerdings so versteckt und langsam, dass sich kaum Fortschritt einstellt. Als ihm eines Tages ein ungewöhnlicher Fang ins Netz geht, ist es mit dem ruhigen Leben jedoch vorbei. Eine antike Apollo-Statue mit unübersehbarem erigiertem Penis stürzt den Fischer ins Chaos. Eine solch obszöne Figur ruft die Sittenpolizei des Gaza-Streifens auf den Plan. Issa muss einen Gang zulegen, um sich aus den Fängen der Behörden zu befreien und gleichzeitig endlich sein Liebesleben in den Griff zu bekommen. (Pressetext)
"Dieses Scheißleben!" wettert gleich zu Beginn des Films mehrmals ein naher Freund Issas, und Recht hat er: ein Leben in Armut, fließender Strom und ruhige Stunden ohne Bombenalarm sind Glücksache. Ständig muss improvisiert werden mit dem Wenigen, das man gerade zur Verfügung hat. Der Freund denkt ans Auswandern, aber Issa muss bleiben. Er hat Pläne, er will der Schneiderin Avancen machen - und muss sich gleichzeitig gegen die aufdringelichen Verkupplungsversuche seiner gut meinenden Schwester erwehren. Sein Überraschungsfund einer antiken Statue ist unter diesen Umständen Segen und Fluch zugleich, weckt er doch die Hoffnung auf eine Belohnung und bringt Aufmerksamkeit - allerdings leider aus der falschen Richtung.
Gaza Mon Amour ist ein Film, der entdeckt werden will. Denn er erzählt ähnlich trocken wie die beiden Hauptcharaktere auftreten, die wie unmerklich ein Auge aufeinander werfen, es sich aber möglichst nicht anmerken lassen wollen, aus den verschiedensten Gründen. Da die Kulissen umständehalber nicht die altbekannten à la Hollywoodschmonzette in wohlhabenden Kreisen sind, kann (bzw. sollte) die komödiantische Farbe des Films auch "nur" khaki statt pink sein. Insbesondere Issa gibt sich nicht die geringste Mühe, dem Kinopublikum sympathieheischend entgegen zu kommen; meist sitzt er im ranzigen Unterhemd herum und dieselt sich - wenn's drauf ankommt - mit dem immer gleichen alten Parfum ein. Und die Angebetete? Wendet den Blick ab, antwortet kurz und nüchtern; da kann man sich die Chancen an einem Finger abzählen!
Und doch, der Charme ist da, der Humor ist da, und der ist leise und macht uns griemeln. Das hat die Qualität des Schimmerns einer Perle, die durchs moosige Wasser von der Sonne beschienen wird.
Und doch, der Charme ist da, der Humor ist da, und der ist leise und macht uns griemeln. Das hat die Qualität des Schimmerns einer Perle, die durchs moosige Wasser von der Sonne beschienen wird.
Drama oder Komödie? Das ist schwer auszumachen. Jedoch ist dies eine Liebegeschichte, die gerade wegen ihrer knarzig-spröden Art lange im Gedächtnis bleiben wird. Empfehlung!
cnm
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