PROMISING YOUNG WOMAN
PROMISING YOUNG WOMAN ★★★★★☆
Kinostart: 19.08.2021 | FSK 16
Genre: Drama, MeTooLänge: knapp 110 Min.
Regie: Emerald Fennell
Buch: Emerald Fennell
Buch: Emerald Fennell
Darsteller: Carey Mulligan, Bo Burnham, Alison Brie, Connie Britton, Adam Brody u.a.
Kamera: Benjamin Kracun
Schnitt: Frédéric Thoraval
Musik: Anthony Willis (II)
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Kamera: Benjamin Kracun
Schnitt: Frédéric Thoraval
Musik: Anthony Willis (II)
Eine sexy Frau in einer Bar, allein, in einer Ecke, offensichtlich betrunken und kaum noch imstande, sich auf den Beinen zu halten. Eine Gruppe junger Männer kommentiert das, ist belustigt, wittert die Chance auf Spaß. Dann geht einer von ihnen zu ihr (sie heißt Cassie) und bietet ihr Hilfe an, begleitet sie nach Hause. In der Wohnung angekommen, wird er zudringlich. Sie sagt, sie wolle das nicht - den weitern Verlauf kann man sich vorstellen. Dann die Überraschung: Carrie ist gar nicht betrunken, richtet sich unvermittelt auf und sagt - jetzt lallt sie nicht mehr - sie habe "nein" gesagt. Carrie ist auf Rachefeldzug, aus gutem Grund, wie wir später erfahren werden. Sie macht vor nichts und niemandem Halt, und jene, die ihr begegnet sind, sind danach nicht mehr dieselben.
Nicht nur unter Berücksichtigung der Tatsache, dass dies ein Regiedebüt ist (Emerald Fennell hatte zum Beispiel vor der Kamera in der Erfolgsserie The Crown reussiert), ist Promising Young Woman ein erfreulich dichter, stimmiger und vor allem facettenreicher Beitrag zur Me Too-Debatte. Meines Erachtens demonstriert Fennell sehr präzis, wie es immer noch aussieht auf den Tanzflächen, in den Bars, in den Köpfen vieler Männer. "Sie ist schwach, sie ist sexy, es ist leicht, ich mache es - und sie hat es zu verantworten". Erschreckend die Szene, in der klar wird, dass Frauen mit zu denen zählen können, die sich schützend vor Täter stellen.
Ich habe widersprüchliches Kritiken und Kommentare zum Film gelesen: ZuschauerInnen reagieren genervt, sehr sogar, finden das Thema ausgelutscht, den Film obsolet. Meines Erachtens zeigt das eher, wie offen diese Wunde noch schwärt und wie weh sie noch tut. Dieses Debüt legt den Finger hinein, und das nicht weinerlich, sondern unterhaltsam (Schnitt und Musik sind auffallend ideenreich, anders, frisch) und mit Tiefgang zugleich.
Männer machen, was sie wollen, weil sie es können. Dieser Film zeigt Situationen, die sich allzugern im Halbschatten, im Verborgenen abspielen, und es wäre zu wünschen, dass er einen kleinen Effekt in manchen Köpfen erzielt. Spannend, substanziell, Sehenswert.
cnm
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