THE FOREVER PURGE
THE FOREVER PURGE ★★★☆☆☆
Kinostart: 12.08.2021 | FSK 16
Genre: Horror, DystopieLänge: 104 Min.
Regie: Everado Gout
Buch: James deMonaco
Buch: James deMonaco
Darsteller: Ana de la Reguera, Tenoch Huerta, Josh Lucas, Leven Rambin, Cassidy Freeman, Alejandro Edda, Will Patton, Will Brittain u.a.
Kamera: Luis David Sansans
Schnitt: Todd E. Miller, Vincent Tabaillon, Timothy Alverson
Musik: The Newton Brothers
Sie können meine Kritiken als
Kamera: Luis David Sansans
Schnitt: Todd E. Miller, Vincent Tabaillon, Timothy Alverson
Musik: The Newton Brothers
Die Grundidee ist auch im fünften Purge-Teil die gewohnte. Amerikas Kriminalitäts-Statistik wurde auf Null gebracht, denn einmal im Jahr gibt es die Nacht der Säuberung: für 12 Stunden werden alle Gesetze außer Kraft gesetzt, Notrufdienste und die Polizei fahren zurück, und eine jede Straftat - auch Mord - bleibt straffrei. So kann sich der wütende Bürger* einmal Luft verschaffen, bevor er in die gewohnt heile Welt zurückkehrt. Amerika, das Land der Glücklichen! Welch ein schönes, zynisches und reizvolles (Film-)Konzept!
In jedem der vorangegangenen Teile wurde das erzählerische Konstrukt genutzt, um die perfidesten Seiten der Spezies Mensch (Normalos, Wirtschaft, Politik) offen zu legen und überhöht darzustellen. Dies wird im neuen Purge wieder auf eine zeitgemäße Spitze getrieben. Da die abartigen Auswüchse des straffreien Gewaltexzesses die interessante Pointe, quasi der Clou an jedem Teil sind, werde ich hier nicht ansatzweise den Plot wiedergeben und empfehle auch, sich vor dem Kinobesuch nach Möglichkeit nicht zu informieren. Stattdessen notiere ich allgemeine Anmerkungen zum Film.
Ganz offensichtlich sollte der Trump-Administration und der Gefolgschaft des Super-Idioten ein sarkastischer Kommentar gewidmet bzw. ein Vergrößerungsspiegel vorgehalten werden. Das ist zwar gelungen, doch sind die Analogien und die dazu passenden Dialoge derart übedeutlich und eindeutig, dass es weiter nicht viel zu interpretieren gibt.
Die Frage in diesem Teil ist mehr denn je: wer gehört welchem politischen Lager an? Und das ist nun wirklich nicht mehr klar zu beantworten. Wie es schon immer der Fall war, erkennen wir die Haltung jedes Individuums an seinem Verhalten, wenn's wirklich drauf ankommt. In diesem Erzählkosmos wirkt etwa ein Neonazi mit Glatze und (tatsächlich) fettem Hakenkreuz mitten im Gesicht völlig deplatziert. Aber die MacherInnen haben sich eh für die Holzhammermethode entschieden. Das gilt auch für die gezeigte Gewalt, die eindeutig überdosiert ist und ab einem gewissen Punkt nur noch dem reinen Schauwert zu dienen scheint, ähnlich einem Ballerspiel. Schlimmer Effekt: es langweilt auf die Dauer!
"Amerika ist gespalten, Amerika ist sein eigener Feind": ein Gewaltfilm wie ein Videospiel versucht es mit einer Botschaft, die uns nichts bemerkenswert Neues offenbart. Die Vorgänger der Reihe waren weit interessanter.
cnm
wöchentliche mail bestellen unter:
cinemoenti@email.de

Kommentare
Kommentar veröffentlichen