SUPERNOVA

SUPERNOVA ★★☆☆☆☆
Kinostart: 14.10.2021 | FSK 12
Stanley Tucci, Colin Firth | ⓒ Weltkino Filmverleih


Großbritannien 2020
Genre: Drama, LGBTQ
Länge: 94 Min.
Regie: Harry Macqueen
Buch: Harry Macqueen
Darsteller: Colin Firth, Stanley Tucci u.a.
Kamera: Dick Pope
Schnitt: Chris Wyatt
Musik: Keaton Henson

Sam und Tusker, seit 20 Jahren liiert, haben sich eine Auszeit genommen und gondeln mit ihrem Campingwagen durch den sensationell schönen Nationalpark Lake District. Während sie die Landschaft und einander genießen, rekapitulieren sie Vergangenes und die nahe Zukunft, wie zum Beispiel ein Konzert, das Sam - professioneller Pianist - geben wird oder das neue Buch, an dem Tusker gerade schreibt. Außerdem nutzen sie die Reise, um Freunde und Familie zu treffen. Über der wohligen Stimmung liegt jedoch ein Schatten: Tusker leidet unter beginnendem Alzheimer, und die jetzt schon merklichen Veränderungen in seinem Denken und Handeln belastet sie beide. Dagegen arbeiten sie gemeinsam an, mit aller Kraft und melancholischem Humor.

Keine Frage: Tucci und Firth geben mit größter schauspielerischer Eleganz dieses schwule Paar glaubhaft ab. Die Chemie stimmt, zwischen den beiden ist eine Selbstverständlichkeit und Zuneigung, die keinen Zweifel zulässt. Die erzählte Geschichte jedoch lässt zu wünschen übrig. Will sagen: die Dialoge sind dünn, die Figuren eher prototypisch, skizzenhaft, sie erscheinen wie ein Konstrukt oder eine Idee von einem Leben - das  nicht satt genug mit Details ausgestattet wurde und sich - leider - nur mit Andeutungen begnügt. (Sam: "Du hast mir gleich am ersten Tag gesagt, dass du mich liebst" - Tusker:"Ich bin eben bekannt für meine Impulsivität"). Da gibt es - und das betrifft auch und besonders die Nebenfiguren - kaum Brüche, jeder ist mit jedem nett und fürsorglich, kaum eine spürbare, 20jährige Geschichte, Zerwürfnisse, Wunden, irgendwas, was sich fassen ließe... wir müssen uns mit einem Geplänkel begnügen, das nur dem ersten Reflex nach Eindruck hinterlässt. Dass dieser zudem von schwermütigsten Streichern und Klavier unterstrichen wird, scheint mir des Guten schlicht zu viel.

Nach Falling hatte ich größte Hoffnungen in diesen Film gesetzt. Nun denn, ein neuer großer Wurf zum Thema - nach Call me by your Name - wird wohl noch auf sich warten lassen.

cnm
 
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