HALLOWEEN ENDS

HALLOWEEN ENDS ★★★☆☆☆
Filmstart: 13.10.2022 | FSK 18
Jamie Lee Curtis | © Universal Pictures Germany


USA 2022
Genre: Horror
Länge: 111 Min.
Regie: David Gordon Green
Buch: Paul Brad Logan, Chris Bernier, Danny McBride, David Gordon Green
Nach: John Carpenter, Debra Hill
Cast: Jamie Lee Curtis, Andi Matichak, Rohan Campbell, Will Patton, Kyle Richards u.a.
Kamera: Michael Simmonds
Make-Up Effects: Christopher Allen Nelson
Schnitt: Timothy Alverson
Musik: John Carpenter, Cody Carpenter, Daniel Davies

Jede Meinung zu einem so verehrten und begehrten Franchise wie Halloween beinhaltet zwangsläufig Spoiler auf die eine oder andere Art. Also gibt es wieder einen kurzen, sehr allgemein gehaltenen Abschnitt und dann die fett markierte Grenzlinie zu den Details. Ab da: ggf. nicht weiterlesen!

Im dritten Teil der aktuellen Halloween-Trilogie lebt Laurie Strode zusammen mit ihrer Enkelin Allyson immer noch in Haddonfield. Da Michael Myers Ruhe zu geben scheint, ist allmählich Ruhe und Frieden eingekehrt, und die geplagte Laurie schreibt an ihren Memoiren. Als ein junger und eher schüchterner Babysitter, Corey, angeklagt wird, einen Jungen getötet zu haben (er das aber vehement abstreitet), bricht sich langsam aber mit Macht eine neue Welle der Gewalt Bahn.






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Tatsächlich ist dem armen Babysitter ein malheur passiert: er ist unschuldig. Doch das soll nicht so bleiben, denn die ständigen Angriffe aus seinem präpotenten und vorurteilsbehafteten Umfeld sowie seiner eigenen, hyperdominanten Mutter, machen ihn anfällig für "das Böse". Klar taucht Myers von irgendwo auf, und es scheint eine Art Allianz zwischen den beiden zu entstehen. Es stellt sich die Frage, ob Corey ein würdiger Epigone des kaltblütigen Unverwüstlichen werden könnte! Der Umstand, dass Corey und Allyson etwas füreinander empfinden, die Großmutter aber extrem ausgeprägte Antennen für böse Vibes hat, verkompliziert alles und verhärtet die Fronten.

Meinem Eindruck nach hat dieser Teil Vor- und Nachteile gegenüber seinem Vorgänger. Dass er sich schier endlos Zeit lässt, bis es zu den ersten expliziten Gewaltszenen kommt, hat mich nicht weiter gestört, weil die neue und psychologisch nicht unspannende Figur des Corey guten Fokus nimmt. Die Gewaltszenen selbst jedoch sind im Vergleich zu denen in Halloween Kills ausgesprochen müde abgefrühstückt, bieten kaum Abwechslung oder kreativen Geist. Nicht nur, dass hier wenig Angst und Entsetzen seitens der Opfer spürbar wird, auch die Kamera (ganz wichtiger Aspekt!) bleibt quasi unbeteiligt: statt lebendiger Schulterkamera gibt es fast nur (halb-)totale, feste Einstellungen. Die können natürlich wenig suggestiven Sog erzeugen - was in einem finalen Horrorfilm zwingend erforderlich gewesen wäre! Und wenn ich nicht irre, spielt sogar das seit Generationen bekannte Klaviermotiv in einem langsamerem Tempo (beinahe so, als wäre es in die Jahre gekommen). Man bedenke: Carpenter höchstselbst hat beim aktuellen Score mitgewirkt! Was bleibt, wenn der Abspann durch ist, ist, bedaure, eine gewisse Ratlosigkeit.

Es ist wahrscheinlich, dass dieser Teil das Publikum aufgrund seiner divergierenden Qualitäten mehr spalten wird als vorangegangene. Für den Fall, dass es das hiermit gewesen ist, sage ich: gut so. Ansonsten würde ich dem Verleih eine längere Pause empfehlen, in der gleichzeitig vergessen werden kann und sich neue Kreative für ein geschickteres, spannenderes Gesamtpaket zusammensetzen können.

cnm

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