BACK TO BLACK
BACK TO BLACK ★★★★★☆
Filmstart: 11.04.2024 | FSK 12
Großbritannien 2024
Länge: 122 Min.
Regie: Sam Taylor-Johnson
Buch: Matt Greenhalgh
Casting: Nina Gold
Buch: Matt Greenhalgh
Casting: Nina Gold
Cast: Marisa Abela, Jack O'Connell, Eddie Marsan, Lesley Manville, Juliet Manville, Juliet Cowan, Bronson Webb, Ansu Kabia, Harley Bird u.a.
Kamera: Polly Morgan
Schnitt: Martin Walsh
Musik: Nick Cave, Warren Ellis
Kamera: Polly Morgan
Schnitt: Martin Walsh
Musik: Nick Cave, Warren Ellis
London zu Beginn der 2000er Jahre: Die talentierte Sängerin und Musikerin Amy Winehouse findet in den Clubs von Camden ihre Bühne. Mit ihren Songs, ihrer außergewöhnlichen Stimme und ihrem einzigartigen Charisma begeistert sie das Publikum. Schnell werden Musikfans und Talent Scouts auf sie aufmerksam, und ihr kometenhafter Aufstieg ins Pantheon des Pop beginnt. Doch der Ruhm bringt dunkle Schatten mit sich...
Dieses Biopic ist, zugegeben, so etwas wie ein Fanartikel - aber ein sehr gut gemachter. Die Einwände gegen Back to Black liegen auf der Hand: hier wurde die Wirklichkeit geschönt, Tatsachen verdreht, gepudert und verharmlost bis sogar ganz ausgelassen. Der Vater forcierte die Tochter zur Karriere; hier ist er ein milder Verständiger, fast ein Heiliger. Die Co-Abhängigkeiten der Künstlerin erscheinen hier wie andeutungsweise und nicht in all ihrer Zerrüttung und Erbärmlichkeit.
Dennoch bin ich begeistert. Denn der Film hat Seele pur. Ich lasse mir gern ein Märchen erzählen, wenn für mich der Eindruck entsteht, das Lebensgefühl der Porträtierten selbst zu fühlen und zu verstehen. Wir erleben, wie aus einer rotzfrechen Göre Schritt für Schritt der Superstar wird (stimmlich, optisch, gestisch), den wir kannten und liebten. Wir erleben die Einsamkeit, wir erleben die Lebenslust (in der Szene, in der sie ihren Lover kennenlernt, brennt die Luft!), aber auch den Überdruss, die tiefe Trauer (Amy verliert ihre beste Freundin), und das alles pur und authentisch. - Ich könnte mir vorstellen, dass Amy Winehouse genau so ein Bild von sich für die Öffentlichkeit abgenickt hätte.
Die Leistung von Marisa Abela, die für die Produktion intensives Gesangscoaching nahm und viele wenn nicht alle Stücke selbst singt, ist über jeden Zweifel erhaben, da ihre Interpretation vor Leben strotzt, etwas Eigenständiges hat und nicht ansatzweise - was ja bei Biopics in der Musikbranche zu befürchten ist - einer Dragshow gleichkommt. Interpretationen dieser Güte sind selten!
Back to Black ist für mich eine Art feel-good-Biopic über das tragische Leben eines Superstars im Musikbusiness. Ganz klar schöngefärbt und darum nicht jedermanns Sache. Mir genügt jedoch - ähnlich wie in Bohemian Rhapsody (2018) - der angedeutete gegenüber dem ausgestellten Schmerz vollkommen.
cnm

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