IM SCHATTEN DES ORANGENBAUMS
IM SCHATTEN DES ORANGENBAUMS ★★★★★☆
Originaltitel: Ally baqi mink / All That's Left Of You | Start: 20.11.2025 | FSK 12
Deutschland, Zypern, Palästina, USA,
Jordanien, Vereinigte Arabische Emirate 2025
Länge: 145 Min.
Regie: Cherien Dabis
Buch: Cherien Dabis
Casting: Bissan Tibi, Sana Tanous
Buch: Cherien Dabis
Casting: Bissan Tibi, Sana Tanous
Cast: Saleh Bakri, Cherien Dabis, Adam Bakri, Maria Zreik, Mohammad Bakri, Muhammad Abed Elrahman u.a.
Kamera: Christopher Aoun, BVK
Schnitt: Tina Baz
Musik: Amine Bouhafa
cnm
Kamera: Christopher Aoun, BVK
Schnitt: Tina Baz
Musik: Amine Bouhafa
Westjordanland, 1988: Nachdem der junge Noor bei einer Demonstration schwer verletzt wird, beginnt seine Mutter Hanan die bewegende Geschichte ihrer Familie zu erzählen. Diese beginnt im Jahr 1948, als Noors Großvater Sharif sich weigert, Jaffa zu verlassen, um sein Haus und den dazugehörigen Orangenhain schützen zu können. Doch Krieg, Vertreibung und Gefangenschaft reißen die Familie auseinander. Sharifs Sohn Salim wächst wie im Schatten eines Heimatlandes auf, das er nie wirklich kennengelernt hat. Dessen Sohn Noor erlebt als Tiefpunkt einen Moment bitterster Demütigung, der einen Keil zwischen ihn und seinen Vater treiben und ihn selbst politisch aktivieren soll.
Als Noor Jahrzehnte später gegen israelische Soldaten protestiert, scheint sich die Geschichte zu wiederholen. Doch im Moment ihres größten Schmerzes treffen Hanan und Salim eine Entscheidung für die Menschlichkeit und setzen damit ein Zeichen möglicher Versöhnung.
Als Noor Jahrzehnte später gegen israelische Soldaten protestiert, scheint sich die Geschichte zu wiederholen. Doch im Moment ihres größten Schmerzes treffen Hanan und Salim eine Entscheidung für die Menschlichkeit und setzen damit ein Zeichen möglicher Versöhnung.
Cherien Dabis legt mit ihrem sehr persönlich geprägten Film über das Leben in ständigem Zerwürfnis, Vertreibung und Feindseligkeiten einen klugen und humanistisch durchwirkten Film vor, der wohl niemanden wird kalt lassen können. Hier stehen die politischen Verhältnisse dem unbedingten Willen zum familiären Zusammenhalt und der Heimatliebe diametral gegenüber. Die Ruhe, mit der die Regisseurin erzählt, war mir kapitelweise ein wenig zu ausgedehnt, die alten Eltern überinszeniert, doch das kann der Grandezza ihrer Geschichte keinen Abbruch tun. Hier steckt so viel Liebe und Menschlichkeit in beinahe jedem Moment des Films, dass man für eine Spieldauer gewissermaßen in ihm wohnt. Der arabische Titel heißt übersetzt "Das, was von dir bleibt" und ist in diesem Falle sowohl wörtlich als auch im übertragenen Sinne zu lesen. Denn jeder kleinste Funke Frieden, den wir individuell mutig genug sind zu spenden, kann enorme Wirkung entfalten, wie die Initialzündung für eine Aufwärtsspirale...
Kleiner Tipp: planen Sie nach Ihrem Kinobesuch oder Video-Abend nicht gleich eine weitere Unternehmung ein; der Film hat einen intensiven Nachklang, für den man etwas Zeit und Ruhe gut gebrauchen kann.
cnm

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