EIN LEBEN OHNE LIEBE IST MÖGLICH, ABER SINNLOS

EIN LEBEN OHNE LIEBE IST
MÖGLICH, ABER SINNLOS
 
★★★★
☆☆
Originaltitel: Mi Amiga Eva | Start: 11.12.2025 | FSK 0
Nora Navas, Rodrigo de la Serna | © Neue Visionen



Spanien 2025
Genre: RomCom
Länge: 100 Min.
Regie: Cesc Gay
Buch: Cesc Gay, Eduard Sola
Casting: Anna Gonzàlez
Cast: Nora Navas, Rodrigo de la Serna, Juan Diego Botto, Fernanda Orazi, Àgata Roca, Francesco Carril, Marian Álvarez, Miki Esparbé, Lluís Villanueva
Kamera: Andreu Rebés
Schnitt: Liana Artigal
Musik: Arnau Bataller

Eva sitzt beruflich schon lange fest im Sattel und arbeitet hart in ihrem Betrieb – die KollegInnen sind zum Großteil auch ihr Freundeskreis. Dass sie einen Mann und zwei adoleszente Kinder hat, merkt man ihr irgendwie nicht an, denn sobald sie sich privat durch Räume bewegt, wirkt sie verloren wie ein Langzeit-Single. Warum das so ist, merkt man schnell, als sie nämlich auf einer Geschäftsreise zufällig auf den liebenswerten und anziehenden Alex trifft, mit dem sie ganz unerwartet eine so kurze wie peinliche Begegnung teilt. Sie begegnen sich im Hotel mehrmals, es funkt, nach einem unbeholfenen Abschied folgen noch ein paar Textnachrichten auf dem Handy, und das soll's dann wohl gewesen sein. Aber das Gefühl, das diese Begegnung ausgelöst hat, geht ihr nicht aus dem Körper. Sie begreift, dass ihre Ehe tot ist und ändert gegen alle Widerstände seitens des gut aussehenden, doch abgekühlten Mannes, der Kinder und überhaupt aller ihr nahestehenden Menschen ihr Leben. Sie trennt sich, bezieht eine eigene, kleine Wohnung und sucht nach neuem Liebesglück. Doch die Rechnung geht nicht auf: während um sie herum das Leben weitergeht, erlebt sie eine romantische Sackgasse nach der anderen.
 
Eigentlich ist diese RomCom eine wie vom Reißbrett, aber die beiden Hauptfiguren sind so charmant gespielt, dass sie sämtliche Schwächen des Films wettmachen. Das nenne ich einen Casting-Coup!
Die Facetten des Genres werden ausgewogen gewichtet: die Komik ist nicht zu laut (wenn Eva etwa alle Nase lang gefragt wird, ob sie weine, obwohl sie das gar nicht tut), die Tragik noch so eben auszuhalten (die Tristesse dieses Lebens einer Frau in der Lebensmitte kann wirklich an die Nieren gehen), und der Wohlfühlfaktor garantiert – so man etwas Schmalz und Drehbuchwillkür gut vertragen kann.

Eines, was manche von uns zu gern vergessen oder ausblenden, weil das Leben halt kein Film ist, macht diese Geschichte jedoch klar: wenn es funkt, dann funkt es. Auch gegen jede beschworene Vernunft. Und das ist kaum verhandelbar. So etwas ist jeder und jedem nur zu wünschen. Hier serviert als Feel-Good Kino in gefälliger Ausführung – und eher in Begleitung zu genießen als allein...

cnm 


Querverweise:
Der Liebe verfallen (USA 1984, R.: Ulu Grosbard), Einsam Zweisam (Frankreich 2018, R.: Cédric Klapisch)


Kommentare

Beliebte Posts der letzten 30 Tage

DER MANN, DER IMMER KLEINER WURDE – DIE UNGLAUBLICHE GESCHICHTE DES MR. C

INSEKTEN – HELDEN IM VERBORGENEN

LEBENSANSICHTEN EINES HUHNS

BUGONIA

SORRY, BABY

ZWEI STAATSANWÄLTE

DER HELD VOM BAHNHOF FRIEDRICHSTRASSE

ETWAS GANZ BESONDERES

TO MY SISTERS

LA SCALA - DIE MACHT DES SCHICKSALS