EIN FAST PERFEKTER ANTRAG

EIN FAST PERFEKTER ANTRAG ★★★☆☆☆
Start: 26.02.2026 | FSK 0
Heiner Lauterbach, Iris Berben | © Leonine



Deutschland 2025
Genre: RomCom, Feel-Good
Länge: 105 Min.
Regie: Marc Rothemund
Buch: Richard Kropf
Cast: Iris Berben, Heiner Lauterbach u.a.

Eine Ewigkeit ist es her, dass Walter seiner großen Liebe Alice einen Heiratsantrag machte und spektakulär gescheitert ist. Nun begegnen sich die beiden zufällig in einem Restaurant. Sie ist Kunstprofessorin, eine Frau, die ihre Unabhängigkeit und Freiheit liebt und lebt. Er dagegen immer noch ein kleinkarierter Stinkstiefel, der – verwitwet und in Rente – nichts Besseres zu tun hat, als in Restaurants akribisch zu notieren, ob das jeweilige Lokal seinen Erwartungen entspricht oder nicht. Sein neuerlicher, wieder ungeschickte Annäherungsversuch ruft nicht eben Entzückung hervor. Alice stellt ihn vor eine wichtige Frage: ist Walter bereit, seine vorgestrige Engstirnigkeit und Egozentrik hinter sich zu lassen und wirklich und tatsächlich Interesse für andere bzw. eine Art neues Denken aufzubringen? Nur dann will sie ihm eine zweite Chance geben.

Ein fast perfekter Antrag kommt – wie so viele Komödien dieser Tage – mit einem vermeintlich kritischen Blick auf den Alten Weißen Mann daher und klammert sich dabei an überaus vertraute, kommerziell verlässliche Parameter. Die Fotografie und Kulissengestaltung ist rundum hübsch wie aus der Pralinenwerbung, sowohl Lauterbach als auch Berben sind verdammt attraktive Typen und spielen gewohnt klassisch-solide (ist als Kompliment gemeint). Im Prinzip ist die Komödie dann auch ein Zwei-Personen-Stück; sämtliche Nebenfiguren führen neben dem schrägen Paar eher ein marginales Dasein, dienen als vermeintliche Reibeflächen, ja, die Student:innen kommen sogar beklemmend spießig und altertümlich daher (sie sind womöglich einem falsch eingeschätzten Zielpublikum Ü-55 zugedacht).

Die Kategorie Feel-Good zeigt sich hier mit ihrer biederen, langsamen Inszenierung m.E. von der Schattenseite. Ich mag mich im Kino nicht so wohl fühlen, als würde ich mich bei Fahrstuhlmusik in einem Schöner Wohnen-Katalog komplett in Wohlgefallen auflösen. – Allein, das Ende ist erfreulich modern und gut gelöst. Es bietet zu allem Kitsch tatsächlich einen zeitlos modernen Gedanken in Sachen Lebensentwürfe, dass der gesamte Film nicht komplett in Ungnade fällt.
Soweit meine persönliche Meinung. Wenn Sie Sehnsucht nach verlässlichen, gut gespielten Romanzen mit einem Minimum an sozialkritischem Gedöns und ohne nennenswerte Ecken und Kanten haben, ist dies der richtige Film für Sie.

cnm 

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