GOOD LUCK, HAVE FUN, DON'T DIE

GOOD LUCK, HAVE FUN, DON'T DIE ★★★★☆☆
Start: 12.03.2026 | FSK 16
Sam Rockwell | © Constantin Filmverleih



USA, Deutschland 2025

Genre: Sci-Fi, Komödie, Satire, Horror, Chaos
Länge: 134 Min.
Regie: Gore Verbinski
Buch: Matthew Robinson (II)
Casting: Denise Chamian
Cast: Sam Rockwell, Haley Lu Richardson, Michael Peña, Zazie Beetz, Juno Temple, Asim Chaundhry, Dino Fetscher, Dominique Maher, Mike Gassaway, Conrad Kemp u.a.
Kamera: James Whitaker
Schnitt: Craig Wood
Musik: Geoff Zanelli

Ein später Abend irgendwo in Los Angeles in unbestimmter Zukunft. Ein chaotischer, nervöser, und skurril zerlumpter Mann betritt ein Diner und fängt an zu zetern. Was will er von den Gästen? Seinen Worten nach kommt er aus der Zukunft und rekrutiert nun vor Ort die richtige Truppe, um die Welt vor dem Untergang zu retten. Zwar hat er dieses Szenario schon dutzende Male erlebt (so kennt er denn auch die meisten Namen der anwesenden Gäste), doch war er bislang noch nicht erfolgreich mit seiner Mission.
Während der kleine Trupp sich schließlich auf den Weg macht, den GAU zu verhindern, wird in etlichen Rückblenden erzählt, was in der jüngeren Vergangenheit den Einzelnen zugestoßen ist, bevor sie das Diner betraten. Ein komplexes Geflecht aus Zufall und Bestimmung entspinnt sich und führt hoffentlich zu irgendeiner Form von Befreiung!

Eine neue Kategorie, die ich für mich mit Everything Everywhere All At Once aufgemacht habe, ist die des Chaos. Hierunter fällt Good Luck, Have Fun, Don't Die unbedingt; die um Aufmerksamkeit heischende Länge des Titels mag bereits ein Indiz sein. Die Story kann man kaum erzählen, geriert sie sich doch wüst und stark verästelt, zwischen Einschlägen von Horror und Science Fiction über Satire und RomCom hin- und her taumelnd wie nichts Gutes. Nicht selten lehnt die Satire an sehr bekannten Motiven der Kult-Serie Black Mirror (Netflix), wobei "lehnen" noch untertrieben ist. Der gesellschaftskritische Aspekt der Erzählung zielt überdeutlich auf eine medial versaute, sprich: tec-abhängige, völlig abgestumpfte Gesellschaft (siehe: Matrix, 1999), bedient sich dabei altbekannter Vignetten aus Zombie-Filmen, um kurz sich kurz darauf in Action-Klamauk zu ergehen. Ganz nebenbei haben wir es dann auch noch mit einem Body-Count zu tun, der so beiläufig erzählt wird, als hake er die verlustig Gegangenen unter "vernachlässigbar" ab. Und gegen Ende spielt sogar noch christliche Symbolik ein, wenn es um die KI als oberste Instanz und um ihn, der uns vor ihr rettet, geht. Tatsächlich erinnert Rockwell momentweise an die vertraute Jesus-am-Kreuz-Figur...

Sie verstehen nur Bahnhof? Ging mir ähnlich. Ich habe den Film zweimal geschaut und bin immer noch irritiert. Man muss das Chaos (formal wie inhaltlich) schon schätzen, um etwas mit dem Film anfangen zu können. Durch seine vielen Baustellen ist er weniger episch als episodisch, auch, wenn sich zum Ende all die Ebenen zu einem großen Ganzen entschlüsseln. Mir wäre ein finstererer Einschlag lieber gewesen als der hier vorzufindende komödiantische, aber das macht das Abenteuer dann auch zu einem ungewöhnlichen Gaudi – fast, als hätte man Halluzinogene eingeworfen.

Good Luck... wird die Geister auf jeden Fall scheiden. Als Faustregel würde ich mal anbieten ein Ja oder Nein danach auszurichten, ob Sie den obig genannten Vergleichstitel mochten oder nicht mochten. Unbestritten haben wir es mit einem der ambitioniertesten und ungewöhnlichsten Filme des Jahres zu tun.

cnm 

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