JEUNES MÈRES - JUNGE MÜTTER

JEUNES MÈRES - JUNGE MÜTTER ★★★★★
Originaltitel: Jeunes mères | Start: 05.03.2026 | FSK 12
Jeder Tag ist eine Herausforderung | © Wild Bunch Germany



Belgien, Frankreich 2025
Genre: Drama
Länge: 106 Min.
Format: 1,85:1
Regie: Jean-Pierre und Luc Dardenne
Buch: Jean-Pierre und Luc Dardenne
Casting: Kevin Dardenne, Joanna Vandendriessche
Cast: Babette Verbeek, Elsa Houben, Janaina Halloy Fokan, Lucie Laruelle, Samia Hilmi
Kamera: Benoît Dervaux
Schnitt: Marie-Hélène Dozo, Tristan Meunier

Jessica, Perla, Julie, Ariane und Naïma leben in einem Heim für junge Mütter. Fünf Teenagerinnen, die auf ein besseres Leben für sich und ihre Babys hoffen.
"Jede Geschichte wurde entsprechend der jeweiligen Teenager-Mutter und ihrem Kind gestaltet, sowohl innerhalb als auch außerhalb des Heims für junge Mütter. Was sie verbindet, ist die frühe Mutterschaft, die mit der sozialen Determinierung von Armut und bestimmten emotionalen Defiziten verbunden ist. Diese können dazu führen, dass die gleichen Verhaltensweisen von Generation zu Generation wiederholt werden. Davon versuchen sie sich zu befreien und erscheinen dabei einzigartig, lebendig und individuell. Sie hören in gewisser Weise auf, Figuren zu sein - und werden zu Menschen", erzählen Jean-Pierre und Luc Dardenne über ihren Film.

Für das Projekt wurde aufwändig gecastet, mit Semiprofis besetzt und intensiv geprobt. Lange, durchgehende Einstellungen ohne speziell gesetztes Licht sorgen zusätzlich für eine quasidokumentarische, authentische Atmosphäre. Hier geht es nicht um Kinounterhaltung im klassischen Sinne, sondern um eine Annäherung an Wahrheiten von Frauen in der beschriebenen Situation – etwa im Sinne vieler Arbeiten von Andreas Dresen. Mit Profischauspielenden wäre dies nicht so durchdringend gelungen wie hier: jede der Protagonistinnen berührt einen, als würde man direkt neben ihr stehen und das Schicksal miterleben. Hier geht es um alles: um die Überforderungen, um das Hoffen auf Zugehörigkeit und Halt, ums schnöde Geld, um die Frage nach künftiger Verantwortung, und wie man dieser idealerweise gerecht werden kann. Die Enttäuschungen, die die adoleszenten Frauen zu ertragen haben, tun beinahe körperlich weh und versetzen uns umso mehr in die Lage, mit ihnen zu fühlen und in unserem eigenen Umfeld mehr Empathie für vergleichbare Schicksale aufzubringen.

Was mir nach dem Film bleibt, ist der überwältigende Eindruck von Liebe, den die jungen Mütter für ihre Babys empfinden, selbst dann, wenn sie sich umständehalber wie betäubt fühlen und auch dann, wenn sie über eine Freigabe zur Adoption nachdenken. Diese wundervolle, präzise Arbeit ist ein Denkanstoß für alle, die direkt oder indirekt für die Kleinsten verantwortlich sind – ein Appell für mehr gemeinsame Verantwortung und Zusammenhalt. – Absolute Empfehlung!

cnm 


Douglas-Sirk-Preis für
Jean-Pierre und Luc Dardenne
beim Filmfest Hamburg


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