NAWI – DEAR FUTURE ME
NAWI – DEAR FUTURE ME ★★★★★★
Originaltitel: Nawi | Start: 05.03.2026 | FSK 12
Kenia, Deutschland 202
Genre: DramaLänge: 99 Min.
Regie: Toby Schmutzler, Kevin Schmutzler, Vallentine Chelluget, Apuu Mourine
Buch: Milcah Cherotich
Buch: Milcah Cherotich
Cast: Michelle Lemuya Ikeny, Joel Liwan, Ochungo Benson, Ben Tekee, Michelle Chebet Tiren, Patrick Oketch, Nungo Marianne Akinyi, Nyokabi Macharia
Kamera: Klaus Kneist, Renata Mwende
Schnitt: Toby Schmutzler
Musik: Amadeus Indetzki, Apuu Mourine
Kamera: Klaus Kneist, Renata Mwende
Schnitt: Toby Schmutzler
Musik: Amadeus Indetzki, Apuu Mourine
Nawis (Michelle Lemuya Ikeny) Traum, die High School zu besuchen, wird zerstört, als sie erfährt, dass ihr Vater Eree (Ochungo Benson) plant, sie an einen Fremden zu verheiraten. Als Gegenleistung gibt es eine Herde Ziegen – das ist Nawis Wert. Doch die 13-jährige weigert sich, ihr Schicksal zu akzeptieren und wehrt sich nach Kräften gegen die aufgezwungene Kinderehe. Ihr unerschütterlicher Verbündeter in diesem Kampf ist Joel, ihr Bruder und engster Freund.
Nawis Vater ist jedoch tief in Stammestraditionen verhaftet, beeinflusst von den Ratschlägen von Onkeln, Stiefbrüdern und den Ältesten des Clans. Auch ihre drei Mütter (u.a. Michelle Chebet Tiren, Nungo Marrianne Akinyi), selbst durch ihre tradierten Rollen als Frauen geprägt, glauben, dass das Leben als Ehefrau Nawis vorbestimmter Weg sei.
In einem mutigen Schritt flieht Nawi in der Nacht vor der Hochzeit. Von ihrer eigenen Familie verfolgt, begibt sie sich auf eine Reise nach Nairobi, fest entschlossen, ihren Traum von einer vielversprechenden Zukunft zu verwirklichen. Was sich in diesem Moment ereignet, war nicht zu ahnen, ist nicht zu planen... und stellt Nawi auf die härteste Probe.
Dies ist ein höchst ungewöhnliches Projekt, das über das reine Filmemachen weit hinaus geht. Mit jahrelangem Vorlauf wurde das Anliegen des Films ausgeschrieben, recherchiert, wirkliche Beteiligte eingebunden in den Drehbuchprozess, in der Region wurde unter widrigsten Umständen überhaupt erstmals ein Film gedreht, authentische Lebensgeschichten wurden eingebunden, Laien ausgebildet – und das alles, damit sich tatsächlich etwas bewegen kann, damit junge Frauen frei leben können, selbst entscheiden können, wen sie lieben und wie sie leben wollen.
Das Ergebnis gleicht ohne Übertreibung einem Wunder. Vom ersten Moment an fiel mir die Kinnlade runter, so schön sind die Bilder (Licht/Kamera/Musik... alles auf den Punkt), so glaubhaft die Figuren, so herzzerreißend das Schicksal und die Entscheidungen, die zu treffen sind. Auf magische Weise erleben wir das Schicksal des Mädchens mit, fühlen es nach, leiden und hoffen mit ihm. Mit traumwandlerischem dramaturgischen Gespür wird Nawis Geschichte hautnah erlebbar gemacht, und damit das Schicksal von Generationen. Die Wucht dieses Filmes zeugt vom Herzblut, das in ihm steckt und ist m.E. allentscheidend für den Erfolg und die Wirkung, die er hoffentlich haben wird.
Nawi – Dear Future Me hat sich in mein Gedächtnis gegraben; diesen Schmerz vergisst man einfach nicht.
Dies ist ein Film, der bleiben und – so hoffe ich – wirken wird. Undenkbar, dass er irgendein fühlendes Wesen nicht im Innersten trifft. Ich wünsche Nawi allen nur denkbaren Erfolg!
cnm
Kenianischer Beitrag als Bester Int. Spielfilm bei den Academy Awards 2025. NAWI wurde 2025 auf über 50 Festivals gezeigt und 25-fach ausgezeichnet: Vom Afrikanischen Filmpreis bis zum Friedenspreis „Die Brücke“, vom LA Pan African Festival bis zum Beijing International Film Festival.

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