ALPHA
ALPHA ★★★★½☆
Start: 02.04.2026 | FSK 16
Frankreich, Belgien 2025
Genre: Drama, Metapher, DystopieLänge: 128 Min.
Regie: Julia Ducournau
Buch: Julia Ducournau
Casting: Kadija Leclère
Buch: Julia Ducournau
Casting: Kadija Leclère
Cast: Mélissa Boros, Golshifteh Farahani, Tahar Rahim, Emma Mackey, Finnegan Oldfield, Frédéric Bayer Azem, Louai El Amrousy
Kamera: Ruben Impens
Schnitt: Jean-Christophe Bouzy
Musik: Jim Williams
Nach ihren ähnlich gelagerten Arbeiten RAW und TITANE widmet sich Regisseurin Ducournau ihren eigenen Worten nach einer körperlichen Mutation innerhalb einer Mutter-Tochter-Beziehung. Meines Erlebens erzählt ihr Film noch viel weiter gehend von der aktuellen gesellschaftlichen Befindlichkeit im gefühlten Niedergang und von der elementaren Bedeutung des Zusammenhalts unter allen Umständen.
Kamera: Ruben Impens
Schnitt: Jean-Christophe Bouzy
Musik: Jim Williams
Im Frankreich der 1980er Jahre muss sich eine 13jährige im Niedergang der Gesellschaft zurechtfinden. Ein rostroter Wind durchweht das Land, Menschen erkranken an einer unergründlichen Epidemie, die sie nach und nach in Marmor verwandelt, bis sie völlig bewegungsunfähig in den Krankenhäusern sterben. Die Mutter des Mädchens bekommt das als Krankenschwester aus nächster Nähe mit. Als der ebenfalls geschwächte, drogenabhängige Onkel zu Besuch kommt, verdunkelt sich die Stimmung erneut – jedoch befeuert seine Anwesenheit auch das Aufbegehren gegen Isolation bzw. Resignation und bewirkt eine innerfamiliäre Solidarität.
Dieser (Alp-)traumgleiche Film kann unmöglich klar eingeordnet oder interpretiert werden. Mit seiner metaphorischen und auch surrealen Ebene bietet er einfach zu viele Lesarten. Das kleine Mädchen beispielsweise ist eine im Alter ständig (darum irritierend) wechselnde Figur, die ihre eigene Entwicklung für uns wie sprunghaft durchläuft. Der süchtige Onkel, der wie ein an Aids Sterbender wirkt, ist plötzlich wieder fit. Wer kann sich hier auf wen verlassen, wo gibt es einen Ausweg aus dem Unheil. Diese Bemerkungen sind nicht als Negativ-Kritik gemeint, sondern rein deskriptiv, um meine eigene Überforderung zu illustrieren. In jedem Moment jedoch geht der Film an die Nieren, ist trotz der vielen surrealen Elemente und Traumsequenzen erschreckend real und in einer (in unserer) Wirklichkeit verankert – und wirken darum umso bedrohlicher. Mir scheint fast, dass sich dieser Arbeit hinzugeben fast schon ein Wagnis ist, weil es psychisch Instabile aus der Bahn werfen könnte.
Nach ihren ähnlich gelagerten Arbeiten RAW und TITANE widmet sich Regisseurin Ducournau ihren eigenen Worten nach einer körperlichen Mutation innerhalb einer Mutter-Tochter-Beziehung. Meines Erlebens erzählt ihr Film noch viel weiter gehend von der aktuellen gesellschaftlichen Befindlichkeit im gefühlten Niedergang und von der elementaren Bedeutung des Zusammenhalts unter allen Umständen.
Alpha ist in Film, der uns herausfordert, ihm zu vertrauen und durch einen enormen Schmerztunnel zu gehen. Ein Wagnis, das sich unbedingt lohnt.
cnm

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