BITTERES FEST

BITTERES FEST ★★☆☆☆☆
Originaltitel: ARMAGA NAVIDAD | Start: 30.07.2026 | FSK 12
© StudioCanal



Spanien 2026
Genre: Dramödie
Länge: 111 Min.
Regie: Pedro Almodóvar
Buch: Pedro Almodóvar
Casting: Eva Leira, Yolanda Serrano
Cast: Barbara Lennie, Leonardo Sbaraglia, Aitana Sánchez Gijón, Victoria Luengo, Patrick Criado, Milena Smit, Quim Gutiérrez, Rossy de Palma, Carmen Machi, Gloria Muñoz, Amaia Romero
Kamera: Paul Esteve Birba
Schnitt: Teresa Font (AMAE)
Musik: Alberto Iglesias

Zwei Zeitebenen und zwei Perspektiven verweben sich zu einem vielschichtigen Spiel zwischen Realität und Fiktion: Die erfolgreiche Werbefilmregisseurin Elsa stürzt sich nach dem Tod ihrer Mutter in die Arbeit, ohne sich Raum zum Trauern zu geben. Erst nach einer Panikattacke erlaubt sich Elsa eine Auszeit und reist nach Lanzarote. Begleitet wird sie von ihrer Freundin Patricia, die mehrfach von ihrem Mann verlassen wurde und darum während des langen Festtagswochenendes im Dezember nicht in Madrid bleiben will. In einer anderen Zeit in der gleichen Stadt arbeitet der erfolgreiche Autor und Regisseur Raúl Rossetti, der gegen eine lange kreative Krise ankämpft, an seinem neuen Werk – und schreibt eben jene Geschichte, die Elsas Leben erzählt.

Auf den ersten Blick ist alles wie immer bei Almodóvar. Kulissen in allen denkbaren, leuchtenden Farben, ausgewählte Kostüme, schöne Menschen, die unter dem Leben leiden und sich so ihre Gedanken darüber machen. Halbwegs monoton aufgesagte Dialoge in schönstem Dekor, viele Halbnahe. Die Inhalte flattern so daher wie Tagebucheinträge – da wird auch gern mal das Drama einer Person erwähnt, die im gesamten Film nicht auftaucht und auch sonst keine Rolle spielt... Dann die zweite Ebene, die mit der ersten verknüpft ist. Der Regisseur und seine gelangweilte Entourage, die vor sich hin sinnieren, dass es eine Art hat. Eigentlich ein prototypisches Woody Allen-Konstrukt. Nur ohne jede Komik. Während sich die Parallelen der beiden Ebenen (der Autor sinniert, was der Frau in der Krise dann auch so passiert oder passieren könnte) aufdrängen, wird im späteren Verlauf offensichtlich und dem Autoren sogar vorgeworfen, dass seine beste Zeit vorbei sei und er keine guten Filme mehr mache. So wahr, aber: so what?!

Ein äußerlich bunter aber inhaltlich hilflos-leerer Film mit lauter schönen Menschen wird nicht dadurch bedeutsam oder stark, dass die Figuren in ihm dessen mäßige Qualität auf einer "Meta-Ebene" reflektieren.
Ich frage mich ernsthaft, ob der Meister so gar kein Korrektiv mehr hat und auch, warum alle Welt so etwas derart konstant zu feiern bereit ist.

cnm 

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