CHÉRI, ICH KOMME – DIE ERFINDUNG DER LUST

CHÉRI, ICH KOMME – DIE ERFINDUNG DER LUST ★★★☆☆☆
Originaltitel: POUR LE PLAISIR | Start: 23.07.2026 | FSK 12
Alexandra Lamy, François Cluzet | © Neue Visionen



Frankreich 2026
Genre: Komödie, nach wahrer Geschichte
Länge: 90 Min.
Regie: Reem Kherici
Buch: Reem Kherici, Gari Kikoïne, David Solal
Casting: Marine Albert
Cast: Alexandra Lamy, François Cluzet, Reem Kherici, Delphine Baril, Kyan Khojandi, François-Xavier Demaison, Camille Aumont Carnel
Kamera: Dominique Fausset
Schnitt: Samuel Danési
Musik: Laurent Aknin

Fanny hat einen Termin bei ihrer Therapeutin und spricht es eines Tages ganz unvermittelt aus: sie hatte noch nie einen Orgasmus! Dabei ist sie seit über 20 Jahren glücklich mit Tom verheiratet, mit dem Mann, den sie von ganzem Herzen liebt. Was tun? Sie beißt in den sauren Apfel und bringt es dem Gatten so schonend wie möglich bei. Der fällt naturgemäß aus allen Wolken – hatte er doch in all den Jahren keine Ahnung, was abgeht. Doch Tom ist Erfinder (wenn auch erfolgloser); das Tüfteln und das Lösen von Problemen liegt ihm im Blut! Sein neues und vorrangiges Ziel: er will eine Vorrichtung erfinden, die der Frau zum Höhepunkt verhilft, und zwar so richtig! Fanny wird ihm dabei die Richtung vorgeben. 

Was als absurde Idee beginnt, wird zu einer abenteuerlichen Expedition zweier Komplizen im Geiste der Libido: Das Paar forscht, scheitert, lacht, streitet, entwendet den Drogenvorrat der Tochter, flüchtet vor der Polizei... und entdeckt seine Lust und ihre Liebe völlig neu. Gemeinsam entwickeln Fanny und Tom ein Objekt, das Geschichte schreiben soll. – Nach einer wahren Geschichte.

Haben Sie mal Klassik Radio gehört? – Der Sender, in dem Daniela Hoffmann säuselt: "Musik zum Entspannen..." So etwa funktioniert dieser Film. Er lullt ein, er tut nicht weh, er verletzt niemanden wirklich, er will rundum gefallen und nett unterhalten. Viele Bilder sind weich gezeichnet, die Streits gehen nie bis zum Anschlag, die Frau ist bescheiden, der Mann ist lieb... ein Film wie eine große Portion Soft-Eis.

Die Verkennung von bzw. das Missverständnis gegenüber weiblicher Lust ist selbstredend ein wichtiges, Thema, wissen wir doch, dass Frauen beim Sex oft zu kurz kommen, vortäuschen, es hinter sich bringen wollen, weil der Mann (pardon!) oft keine Ahnung hat. Da hilft natürlich nur eines: der Dialog, echtes Zuhören und ein konsequenter Neustart im Schlafzimmer. 

Das alles könnte sogar recht unterhaltsam und vergnüglich sein, wäre da nicht eine veritable Spaßbremse: Schauspieler François Cluzet! Der liefert so routiniert-lustlos ab, so unengagiert und -inspiriert, dass es ein einziges Ärgernis ist. Ob nun ihm oder der Regie die rechte Lust fehlte, sei dahingestellt: es zündelt einfach nicht.

Für sein Anliegen möchte ich den Film wertschätzen. Und womöglich könnte ein Kinobesuch ja auch der einen oder anderen Frau in Partnerschaft als kleiner Wink mit dem Zaunpfahl dienen, wer weiß. Weh tut er jedenfalls nicht. Und das ist schade.

cnm



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