NOGA

NOGA ★★★★½
Start: 13.08.2026 | FSK 12
Ori Rousso, Noga Erez | © Babka



Österreich, Deutschland, Israel 2026
Genre: Dokumentation
Länge: 96 Min.
Format: 2,39:1
Regie: Jono Bergmann, Benji Bergmann
Buch: Jono Bergmann, Benji Bergmann
Mit: Noga Erez, Ori Rousso
Kamera: Roei Morad
Schnitt: Yonatan Weinstein
Musik: Noga Erez, Ori Rousso
Score: Martina Eisenreich 

Die Musikerin Noga Erez ist mit ihrem kreativen Partner und Lebensgefährten Ori Rousso die Musik- Sensation auf den internationalen Bühnen. Provokante Hits wie END OF THE ROAD und VIEWS füllen die Hallen und machen sie zum heißesten Musikexport Israels. Als sie, von privaten Zerwürfnissen gebeutelt, an ihrem bislang größten Album arbeitet, wird ihr Leben zudem von den politischen Ereignissen in ihrer Heimat erschüttert. Zwischen ausverkauften Konzerten, kompromissloser Kunst und einer Welt im Ausnahmezustand sucht sie nach Antworten – und nach ihrer eigenen Stimme. Mit außergewöhnlicher Nähe erzählen Jono und Benji Bergmann die Geschichte einer Künstlerin, die sich weder instrumentalisieren noch zum Schweigen bringen lässt. Noga ist eine intime, vielschichtige und hochaktuelle Reflexion über Stardom – und über den Mut, den eigenen Weg zu gehen, selbst wenn die Welt um einen herum aus den Fugen gerät.

In der Tat hat mich diese Doku vom ersten Moment an vollkommen mitgerissen, und das nicht, weil sie den üblichen Glamour versprüht, sondern im Gegenteil, weil von Anfang an klar ist, dass wir es hier mit Menschen zu tun haben. Vor allem auf Noga trifft das zu: sie zeigt sich ohne Allüren, vollkommen unprätentiös wie eine, die längst verstanden hat, worum es im Leben geht: um das miteinander Auskommen, um Zusammenhalt und Freundschaft. Es ist die Welt, es sind die politischen Verhältnisse, die sie beschäftigen und die sie in ihre Songs einbringt. Kein Wunder kleben ihr die Fans an den Lippen. Kaum je hat man bei Band-Dokumentationen die Kamera so nah und in derart intimen Momenten erlebt – hier geht es wirklich um eine Beziehung auf der Kippe, um die Frage nach Mutterschaft, um künstlerische Integrität und Zukunftsplanung – alles existenzielle Themen!

Als besonders wohltuend und klug habe ich auch empfunden, dass die Konzerte jeweils nur angerissen und schnell wieder verlassen werden; das legt auch Zeugnis davon ab, dass es den Filmemachern nicht um den Starkult, sondern wirklich um ein tiefgreifendes KünstlerInnenporträt ging. Mit dem Dilemma von Noga & Ori geben sie uns auch zu denken, was unser aller politische Haltung geht. Die Botschaft der Musiker ist in jedem Fall eine, die ansteckt und die für alle gelten sollte.

Wer noch kein Fan von Noga ist, wird es mit diesem beredten Porträt höchstwahrscheinlich werden.

cnm 

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