RÄUBERHÄNDE
RÄUBERHÄNDE ★★★★★★
Kinostart: 02.09.2021| FSK 16
Genre: DramaLänge: gut 90 Min.
Regie: Ilker Çatak
Buch: Gabriele Simon, Finn-Ole Heinrich
Buch: Gabriele Simon, Finn-Ole Heinrich
Darsteller: Mekyas Mulugeta, Emil von Schönfels, Katharina Behrens, Nicole Marischka, Godehard Giese
Kamera: Judith Kaufmann
Schnitt: Sascha Gerlach, Jan Ruschke
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Kamera: Judith Kaufmann
Schnitt: Sascha Gerlach, Jan Ruschke
Janik und Samuel sind beste Freunde und machen gerade Abi. Während sich
Janik an seinen liberalen Vorzeige-Eltern abarbeitet, kommt Samuel aus
zerrütteten Verhältnissen und hütet seine alkoholkranke Mutter wie ein
Geheimnis. Janik sehnt sich nach Chaos, Samuel nach Ordnung. In ihrer
gemeinsamen Gartenlaube schmieden die Jungs Zukunftspläne: Nach dem Abi
wollen sie einen Road Trip nach Istanbul machen, wo Samuels unbekannter
Vater leben soll. Doch als Janik etwas macht, das Samuel für
unverzeihlich hält, scheint alles, was die beiden zuvor verbunden hat,
schlagartig in Frage gestellt. Die Reise in die Türkei starten sie
trotzdem gemeinsam – aber sie verläuft anders, als geplant. (Info des Verleihs)
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Wenn uns ein Film vom Leben erzählt, riecht das oft nach Konstruktion, nach Drehbuch und nach 08-15-Dramaturgie. Hier nicht.
Dem Regisseur gelingt es meisterlich, das Gefühl jungen Lebens, die erdbebengleichen Unwägbarkeiten und Unsicherheiten spürbar zu machen, das Beflügelnde und das Beängstigende, was Freiheit gleichermaßen bedeutet, in Bilder und Dialoge zu packen, die Dank brillanter Darsteller* (und zwar ausnahmslos aller) kongruent gehen mit dem Leben selbst. Maßgeblich dazu bei trägt die entfesselte Kamera (von der Schulter, aus der Hand, nicht vom Stativ), die immer perfekt zwischen Nähe und Distanz zum Geschehen auslotet, dabei nie durch übermäßiges Wackeln nervt.
Eigentlich ist der rote Faden dieser Geschichte das Thema Zuhause und Zugehörigkeit. Und meist schlingert dieser zwischen allen Zeilen und in den Blicken, in den kleinen und großen Missgeschicken, dem Schweigen, den Gesten. Das kann einen komplett fesseln, ohne dass man gleich sagen könnte, warum.
Ein scheinbar chaotischer Film, der zugleich von Liebe, größter Melancholie und Lebenshunger erzählt. Hier ist nichts von der Stange, und einige Momente sind kleine inszenatorische Wunder.
Absolute Empfehlung.
cnm
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