FALLING INTO PLACE
FALLING INTO PLACE ★★½☆☆☆
Filmstart: 07.12.2023 | FSK 12
Deutschland, Großbritannien 2023
Länge: 113 Min.
Regie: Aylin Tezel
Buch: Aylin Tezel
Buch: Aylin Tezel
Cast: Aylin Tezel, Chris Fulton, Alexandra Dowling, Rory Fleck Byrne, Samuel Anderson, Anna Russel-Martin, Kathryn Howden, Michael Carter u.a.
Kamera: Julian Krubasik
Schnitt: David J. Achilles
Musik: Jon Hopkins, Ben Lukas Boysen
Kamera: Julian Krubasik
Schnitt: David J. Achilles
Musik: Jon Hopkins, Ben Lukas Boysen
Kira und Ian – beide Mitte 30 – lernen sich an einem Winterwochenende auf der Isle of Skye
kennen. Beide befinden sich auf der Flucht – vor ihrer Vergangenheit ebenso wie vor der
Realität ihres jetzigen Lebens. Die kurze Zeit, die sie miteinander verbringen, wird getragen von Flirt und Leichtigkeit. Zwischen den zwei Fremden entsteht eine unerklärliche Anziehung. Doch das Schicksal reißt sie wieder auseinander.
Beide kehren zurück nach London, ohne zu wissen, dass sie in derselben Stadt leben. Fortan bewegen sie sich durch die pulsierende Großstadt; aufeinander treffen sie dabei nie. Erst müssen sie sich ihren
Dämonen stellen, bevor ein Zufall für ein Wiedersehen sorgt.
Vermutlich wird Falling into Place großen Zuspruch finden, schlägt er doch beinahe zeitlos Töne an, die kaum je wirkungslos geblieben sind - denken wir beispielsweise an Die Brücken am Fluss, Before Sunrise oder Einsam, Zweisam. Ein zart schwebender Score und die durchweg handverlesene Kamera suggerieren auch großes Gefühlskino. Die Arbeit, die Aylin Tezel hier als Autorin, Regisseurin und Hauptdarstellerin in Personalunion abgeliefert hat, ist handwerklich ohne Frage beeindruckend.
Doch anders als bei den vorgenannten Klassikern, dominiert bei Tezels Geschichte vielmehr eine diffuse Atmosphäre von Kontaktlosigkeit im Allgemeinen als das konkrete, satte Leben (im handfesten Dialog und in der verbindlichen Tat). Es werden Luxusprobleme beklagt, ein Job angenommen, ihm aber kaum nachgegangen, eine in der Psychiatrie befindliche Schwester vermisst, aber über Jahre nicht besucht... Das macht den Film, in dem Worte wie "tut mir leid", "alles gut", "nice" oder "keine Ahnung" bis an den Rand der Sinnentleerung wiederholt werden zu einem Generationenporträt von Menschen, die kaum noch über den Tellerrand zu schauen bereit oder in der Lage sind und sich stattdessen einem allgemeinen Gefühl von Betroffenheit widmen - und geht mir persönlich furchtbar auf den Zeiger.
Doch anders als bei den vorgenannten Klassikern, dominiert bei Tezels Geschichte vielmehr eine diffuse Atmosphäre von Kontaktlosigkeit im Allgemeinen als das konkrete, satte Leben (im handfesten Dialog und in der verbindlichen Tat). Es werden Luxusprobleme beklagt, ein Job angenommen, ihm aber kaum nachgegangen, eine in der Psychiatrie befindliche Schwester vermisst, aber über Jahre nicht besucht... Das macht den Film, in dem Worte wie "tut mir leid", "alles gut", "nice" oder "keine Ahnung" bis an den Rand der Sinnentleerung wiederholt werden zu einem Generationenporträt von Menschen, die kaum noch über den Tellerrand zu schauen bereit oder in der Lage sind und sich stattdessen einem allgemeinen Gefühl von Betroffenheit widmen - und geht mir persönlich furchtbar auf den Zeiger.
Ambivalente, dramatische Romanze, die sicherlich guten Anklang finden wird, mir jedoch eher wie eine Kaskade leerer Formeln erscheint.
cnm
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