DANN PASSIERT DAS LEBEN
DANN PASSIERT DAS LEBEN ★★★½☆☆
Start: 06.11.2025 | FSK 6
Deutschland 2025
Genre: Drama, TragödieLänge: 120 Min.
Regie: Neele Leana Vollmar
Buch: Neele Leana Vollmar
Casting: Johanna Hellwig
Buch: Neele Leana Vollmar
Casting: Johanna Hellwig
Cast: Anke Engelke, Ulrich Tukur, Lukas Rüppel, Maria Hofstätter, Markus Hering Katja Lechthaler u.a.
Kamera: Daniel Gottschalk
Schnitt: Heike Gnida
Musik: Paul Gallister
Kamera: Daniel Gottschalk
Schnitt: Heike Gnida
Musik: Paul Gallister
ACHTUNG – Diese Rezension enthält Spoiler.
Du hast es zu was gebracht im Leben: Partner gefunden, Kind gezeugt, Haus gebaut, solide Karriere hingelegt, Steuern gezahlt... doch dann vergehen die Jahre, der Sohn ist aus dem Haus und zeigt sich selten und, schlimmer, der Partner/die Partnerin wird unsichtbar. So in etwa ergeht es dem Ehepaar Rita und Hans. Sie kümmert sich akribisch zuhause darum, dass alles bleibt, wie es immer war, er steht kurz vor der Pensionierung als Schuldirektor. In ihrer Wahrnehmung ist jede Veränderung eine Bedrohung, doch leider kommen mit den Jahren die Veränderungen automatisch: sie beginnt, zu versteinern. Ihre miese Stimmung und ihre Kritteleien durchdringen das Leben wie Wasser jedes Mauerwerk. Hans Bemühungen, dem etwas Positives entgegen zu setzen, sind vergebens. Dann geschieht etwas gänzlich Unvorhergesehenes. Und die Frage stellt sich, ob ein Schock den Menschen wachrütteln kann...
In diesem bitteren Drama um Angst und Depression innerhalb eines festgefahrenen Lebens brilliert Anke Engelke aufs Eindrücklichste. Von der routinierten Comedienne hatte ich eine solche Intensität im dramatischen Fach – trotz etlicher ernsthafter Auftritte in den vergangenen Jahren – nicht gerechnet. Es scheint, als schöpfe sie aus eigenem Erleben, eigenen Erfahrungen. Bemerkenswert, dass es von Drehbuchseite immer noch einige zynisch-fröhliche Bonmots gibt, die diese Dunkelheit geringfügig aufzuhellen vermögen. Langsam, ganz langsam zieht so etwas wie Hoffnung in das Leben des Paares, nachdem es durch einen tragischen Vorfall aus der Bahn geworfen wurde. Die Veränderungen sind wirklich minimal, doch sie sind zu spüren.
Womit ich größere Probleme habe ist, wenn ein Film, und sei er noch so lebensnah, kaum eine bis keine Hoffnung lässt. Und das ist hier der Fall: zu guter Letzt erleben wir eine Tragödie sondergleichen, schlimm und banal wie das Leben. Und ehrlich gesagt, ist das Leben finster genug, als dass ich so etwas im Kino erleben möchte. Soll heißen: der Film ist stark in vielerlei Hinsicht, aber ich kann aus genanntem Grund nicht wirklich empfehlen, es sei denn, Sie bevorzugen abgrundtiefe Dunkelheit zu therapeutischen Zwecken.
cnm
Die FSK 6 - Entscheidung halte ich für falsch. M.E. ist der Film seiner Schwere wegen erst ab 12 Jahren zumutbar.

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